Kritische Ischämie, SIBO, Eisenmangel bei systemischer Sklerose
Typische, oft schwer behandelbare Symptome der systemischen Sklerose sind Dünndarmprobleme, digitale Ulzera und refraktäre Anämien. Wie man solche Fälle diagnostiziert, überwacht und therapiert, war Thema des EULAR-Jahreskongresses 2025 (1).
Take Home Messages
- EULAR 2025 – European Congress of Rheumatology
- Goltstein LCMJ et al. Standard of Care Versus Octreotide in Angiodysplasia-Related Bleeding (the OCEAN Study): A Multicenter Randomized Controlled Trial. Gastroenterology. 2024 Apr;166(4):690-703. doi: 10.1053/j.gastro.2023.12.020.
«Das Verdauungssystem ist bei systemischer Sklerodermie häufig betroffen», erklärte Prof. Dr. Anna-Maria Hoffmann-Vold vom Universitätsspital Zürich.
Neben dem Ösophagus leidet vor allem der Dünndarm. Symptome wie Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen oder Gewichtsverlust treten häufig auf. Komplikationen wie verlangsamter Darmtransit, Malabsorption oder bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms (SIBO) sind keine Seltenheit.
SIBO und Malabsorption: Früherkennung ist entscheidend
«Die Darmbeteiligung beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich», betonte die Expertin. Zudem erhöht sie durch Kachexie, Malabsorption und Blutungen die Sterblichkeit. Daher sollten Ärzte bei allen Patienten mit systemischer Sklerose nach Darmsymptomen suchen und bei Verdacht weitere Untersuchungen einleiten. Ein Atemtest, der Wasserstoff oder Methan misst, hilft bei der Diagnose von SIBO, auch wenn ein negatives Ergebnis SIBO nicht ausschliesst. Bei Verdacht auf Malabsorption sollten Gewicht und Laborwerte kontrolliert werden. Bei (Pseudo-)Obstruktionen liefert ein Röntgenbild des Abdomens Klarheit.