Zweitmalignome sind nach Transplantation häufig
Organtransplantierte mit früherer Krebserkrankung tragen ein erhöhtes Risiko für Zweitmalignome – besonders im zuvor betroffenen Organ. Das unterstreicht die Bedeutung gezielter Früherkennung und Prävention.
Unbestritten erhöhen sowohl eine vorherige Tumorerkrankung als auch eine Organtransplantation das Risiko für spätere Malignome. Unklarer blieb bisher, wie es aussieht, wenn beide Faktoren zusammentreffen.

Dr. Jun Tao vom National Cancer Institute in Bethesda und weitere Wissenschaftler ermittelten nun das Krebsrisiko von Empfängern eines Spenderorgans, bei denen in der Vorgeschichte eine Krebserkrankung diagnostiziert worden war. Sie verglichen dieses in einer registerbasierten Analyse sowohl mit Organempfänger ohne Malignomdiagnose als auch mit Krebsüberlebenden in der Allgemeinbevölkerung.
Erhöhtes Risiko vor allem im zuvor betroffenen Organ
In ihrer Analyse schlüsselte das Team nach Entitäten auf. Sieben der zwölf identifizierten Korrelationen betrafen ein erhöhtes Risiko für neue Tumoren im zuvor krebserkrankten Organ: Brust (Incidence Rate Ratio gegenüber Transplantierten ohne vorherige Krebsdiagnose [IRR] 3,71), kutane Melanome (IRR 10,4), Lunge (IRR 3,65), Niere (IRR 2,34), Harnblase (IRR 3,72), Leber (IRR 1,73) und Dickdarm/Rektum (IRR 2,38). Andere signifikante Zusammenhänge fanden sich hinsichtlich:
- Lungen- sowie Prostatakrebs nach einem Lebertumor
- Lungenkrebs nach Blasenkrebs
- Schilddrüsentumoren nach Nierenkrebs
- Pankreaskarzinom nach einem intrahepatischen Gallengangskarzinom
- Geteilte Risikofaktoren erklären viele Muster