Medical Tribune
9. Apr. 2026Dem plötzlichen Epilepsietod auf der Spur

SUDEP: Fortschritte bei Risikostratifizierung und Prävention

Jedes Jahr stirbt mindestens einer von 1000 Menschen mit Epilepsie plötzlich und unerwartet. Bislang sind nur wenige Risikofaktoren für diese Ereignisse bekannt. Nun haben Forscher neue Biomarker identifiziert, die in der Zukunft eine bessere Prävention des SUDEP erlauben könnten.

Patientin mit EEG-Elektroden zur neurologischen Diagnostik.
luaeva/stock.adobe.com

Plötzliche und unerwartete Todesfälle bei Epilepsie lassen sich bislang kaum verhindern. Zwar kennt man einige Risikofaktoren wie Alleinleben, unregelmässige Medikamenteneinnahme sowie nächtliche oder schlecht kontrollierte tonisch-klonische Anfälle. Doch diese Erkenntnisse reichen nicht aus, um den Sudden Unexpected Death in Epilepsy (SUDEP) vorherzusagen oder gezielt vorzubeugen. Weiterhin stirbt jedes Jahr mindestens einer von 1000 Menschen mit Epilepsie plötzlich und unerwartet.

In der letzten Zeit wurden gleich mehrere Studien publiziert, in denen Forschende neue Biomarker identifiziert haben. Perspektivisch sollen sie eine bessere Prävention erlauben. Eine Arbeitsgruppe um Dr. Manuela Ocho-Urrea von der McGovern Medical School in Houston analysierte Daten aus einer Langzeitstudie, die an acht US-amerikanischen und einem britischen Zentrum durchgeführt wurde (1). Die Studie umfasste 2468 Kinder und Erwachsene mit Epilepsie, die nach einer ersten Untersuchung über mindestens sechs Monate beobachtet wurden. Im Follow-up-Zeitraum von rund zehn Jahren starben 38 der Teilnehmenden an einem gesicherten, wahrscheinlichen oder möglichen SUDEP. In zwei weiteren Fällen kam es «beinahe» zu einem solchen Ereignis.

Alleinleben und frühere Anfälle erhöhen das Risiko

Die Forscher bestätigten das Alleinleben (Hazard Ratio, HR, 7,62) und mindestens drei generalisierte Anfälle im Vorjahr (HR 3,1) als signifikante Risikofaktoren. Neu identifizierten sie zudem eine postiktale zentrale Apnoe, die länger als 14 Sekunden anhielt (HR 1,32). Zentrale Atemstillstände während der Anfallsphase, die länger als 17 Sekunden dauerten, erwiesen sich nur dann als Risikofaktor, wenn auch mögliche und Beinahe-Ereignisse berücksichtigt wurden.

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