Medical Tribune
3. Apr. 2026Inkretintherapie bei Frauen: stärkere Effekte, mehr Nebenwirkungen und offene Fragen

Abnehmen in der Menopause: Wie gut wirken GLP1-RA wirklich?

Mit den GLP1-Rezeptoragonisten (GLP1-RA) ist es einfacher geworden, ohne bariatrische Operation deutlich an Gewicht zu verlieren. Möglicherweise gibt es aber spezielle Frauenaspekte zu beachten, wie der Vortrag von Prof. Dr. Petra Stute, stellvertretende Chefärztin Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Frauenklinik am Inselspital Bern, am Kongress für Praktische Gynäkologie und Geburtshilfe (KPGG) zeigte.

Körperliche Veränderungen im Alter: Auch in den Wechseljahren sind Gesundheit und Attraktivität vereinbar.
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Das Gewicht macht vielen Frauen in den Wechseljahren zu schaffen. Im Alter zwischen 50 und 60 Jahren nehmen 60–70 % etwa 7 kg zu. Dies ist ein Problem, denn in den Wechseljahren erhöht Übergewicht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und psychische Störungen besonders stark und begünstigt auch Hitzewallungen.

Hormone machen nicht dick

«Unter dem Einfluss des abnehmenden Östrogens kommt es zu einer Veränderung der Körperzusammensetzung und Fettverteilung», erklärte Prof. Stute. Die Muskelmasse nimmt ab, das Fettgewebe zu. Gleichzeitig verlagert der Körper das Fettgewebe vermehrt in Richtung Bauchmitte. Dieses Bauchfett erhöht zusätzlich die kardiovaskulären Risken. Mit dem Verlust des Östrogens sinkt zudem der Grundumsatz.

Mit den hormonellen Veränderungen schwächen sich auch positive metabolische Effekte ab. «Das Östrogen ist im Stoffwechsel für fast alles gut», so die Referentin. Wie GLP1-RA hemmt es den Appetit, verlangsamt die Magenentleerung, reduziert das viszerale Fettgewebe und erhöht die Insulinsensitivität. «Viele Frauen denken, Hormone machten dick», so die Referentin. «Dem ist aber nicht so. Tatsächlich nehmen Frauen in der Menopause unter Hormontherapie weniger zu.»

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