Die Stuhlinkontinenz abklären
Die Diagnose der Stuhlinkontinenz verlangt höchste Präzision, denn vor allem Sphinkterschäden können leicht übersehen werden. Mit einer Kombination aus modernen Verfahren und strukturierten Scores gelingt der Weg zur klaren Diagnose.

Der diagnostische Prozess beginnt natürlich mit der sorgfältigen Anamnese, so PD Dr. Joachim Reibetanz vom Uniklinikum Würzburg. Dabei fragt man nach Dauer und Art der Beschwerden, Stuhlfrequenz, Konsistenz, Drangsymptomatik sowie unbewusstem oder bewusstem Verlust von flüssigem, weichem oder festem Stuhl. Auch frühere Erkrankungen, Eingriffe oder Verletzungen, die auf eine Schliessmuskelschädigung hindeuten, sowie die Einnahme von Medikamenten spielen eine Rolle. Dr. Reibetanz empfiehlt, krankheitsspezifische Scores wie den Wexner-Score einzusetzen, um das subjektive Ausmass der funktionellen Einschränkung objektiv zu erfassen. Dabei sollten Häufigkeit und Beeinträchtigung der Symptome stets berücksichtigt werden.
51. Deutscher Koloproktologen-Kongress