Schmerzen in der Schwangerschaft
Ob an Rücken, Becken, Rippen oder Kopf – etliche Frauen werden in der Schwangerschaft von Schmerzen heimgesucht. Manche ertragen sie über Wochen bis Monate, weil sie fürchten, eine Therapie schade dem Kind. Dabei gibt es durchaus sichere Behandlungsoptionen.
Take Home Messages
In der Schwangerschaft können zahlreiche physiologische Veränderungen dazu führen, dass eine Frau Schmerzen entwickelt. So erhöht sich die Dehnbarkeit des Kollagens, was potenziell zur Instabilität von Hüfte, Symphyse oder Hand führt. Gewichtszunahme, verlagerter Körperschwerpunkt und eine veränderte Haltung belasten muskulär, relativer Magnesiummangel kann Krämpfe induzieren. Eine Hypermobilität der Rippen sorgt nicht selten für eine Interkostalneuralgie, erklärte Dr. Jorge Jiménez-Cruz von der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatale Medizin am Universitätsklinikum Bonn.
Aber nicht nur das muskuloskelettale System, sondern auch der Gatrointestinaltrakt wird bei vielen Schwangeren in Mitleidenschaft gezogen. Epigastrische Schmerzen und Reflux resultieren aus einem erhöhten intraabdominalen Druck, Verstopfung und Defäkationsschmerz aus einer reduzierten Motilität von Magen und Darm. Vergrösserte Hämorrhoiden bzw. Analvenenthrombose können via Ektasie von Pfortader und Beckenvenen entstehen. Durch die Verlagerung von Organen durch den Uterus ist eine Nierenstauung möglich.
Ein veränderter Stoffwechsel trägt ebenfalls zu Schmerzen bei, etwa wenn die vermehrte Einlagerung von Flüssigkeit zu schweren Beinen oder einem Karpaltunnelsyndrom führt. Letzteres betrifft bis zu 35 % der Patientinnen und tritt häufig bilateral auf. Östrogene und Gestagene erhöhen zudem die neuronale Reizbarkeit.
Kopfschmerzen
Deutscher Schmerzkongress 2025