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Taugt Lithium zur Suizidprävention?

Gegen Suizide kann Lithium offenbar nur wenig ausrichten

Bei bipolaren Störungen und Depression gilt Lithium als aussichtsreiche Therapie. Ob die Suizidprävention für Patienten mit diesen Erkrankungen funktioniert, ist aber nach wie vor unklar. Eine aktuelle Studie deutet eher auf das Gegenteil hin.

Etwa 90 Prozent aller Selbsttötungen stehen im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung. Doch die Erforschung von Therapien zur Suizidprävention geht nur schleppend voran. Unter anderem deuten Studien der letzten Jahre auf eine antisuizidale Wirkung der Elektrokonvulsionstherapie bei schweren Depressionen und von Clozapin bei Schizophrenie hin. Auch eine Ketamin-Behandlung könnte die Suizidgedanken verringern. Insbesondere bei bipolaren Störungen ist ausserdem eine Therapie mit Lithium bereits seit Längerem als potenziell Erfolg versprechende Option im Gespräch.

In einer Doppelblindstudie haben Forscher jetzt die antisuizidale Wirkung von Lithium im Vergleich zu Placebo als Ergänzung der üblichen Behandlung untersucht (1). Das Patientenkollektiv bestand aus US-Veteranen mit bipolarer Störung oder Depression, die kürzlich einen Suizidversuch überlebt hatten. Randomisiert erhielten 255 Teilnehmer Lithiumcarbonat mit verlängerter Wirkstofffreisetzung, beginnend mit 600 mg/d. Die anderen 264 bekamen ein Scheinpräparat. Der primäre Endpunkt war die Zeit bis zum Auftreten eines suizidbezogenen Ereignisses binnen eines Jahres. Dazu gehörten nichttödliche und abgebrochene Sui­zidversuche, Todesfälle durch Sui­zid und Spitaleinweisungen zur Verhinderung von Suizid.

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