Rauchen entspannt? Im Gegenteil!
Stress, schlechte Stimmung, Angstgefühle – gegen alles hilft Rauchern vermeintlich die nächste Zigarette. Eine aktuelle Studie zeigt: Genau das Gegenteil ist der Fall. Britische Kollegen werteten 26 Studien im Hinblick auf die mentale Gesundheit nach einem Rauchstopp aus. Und siehe da, alle Parameter besserten sich deutlich.
Rauchstopp wirkt besser als Antidepressivum
Die stärkste Wirkung liess sich bei Angstzuständen verzeichnen, hier betrug die Differenz -0,37. Stress ging um 0,27 zurück und Depression um 0,25. Parallel dazu stieg die Lebensqualität um 0,22 und die Stimmung um 0,40. Es fanden sich keine Unterschiede zwischen der Allgemeinbevölkerung und physisch oder psychisch Kranken. Damit liegen die Effekte gleichauf oder sogar höher als die von Antidepressiva.
Die Autoren gehen von einem direkten Effekt der Entwöhnung aus, da sich im Gehirn ein Zusammenhang zwischen Nikotin kurz nach Genuss einer Zigarette und gedrückter Stimmung, Unruhe und Ängstlichkeit etabliert hat. Die "neurologischen Funktionen" nach dem Tabakverzicht kehren nach wenigen Wochen auf das Niveau von Nichtrauchern zurück.
Quelle: Gemma Taylor et al., BMJ 2014; online first