Medical Tribune
12. Okt. 2013Radsportler

Langes Leben für Extremsportler

Die Anstrengung, die Radsportler auf sich nehmen, um das weltberühmte französische Rennen der Tour-de-France bis zu Ende durchzuführen, ist unvorstellbar gross: Es ist etwa so, als würde man drei Wochen lang mehrmals pro Woche einen Marathon läuft oder drei mal hintereinander den Mount Everest besteigt - so lauten bekannte Vergleiche.

Negative Folgen für Herz und Kreislauf müssten sich ja bei Todesursachen-Analysen aufdecken lassen, dachten sich Dr. Xavier Jouven und Kollegen von der Universität in Paris. Das Forscherteam untersuchte die Todesumstände aller Franzosen, welche zwischen 1947 und 2012 an der Tour de France teilgenommen haben und inzwischen verstorben sind – das sind 208 von insgesamt 786 französischen Tourteilnehmern aus dieser Zeit.

Radrennfahrer wurden im Schnitt 6 Jahre älter

Zu ihrer eigenen Überraschung stellten die Kollegen fest, dass die Spitzenathleten im Schnitt sechs Jahre älter wurden als gleichaltrige Landsmänner. Die Mortalität der Tour-de-France-Radler lag sage und schreibe um 41 % niedriger als in der übrigen Bevölkerung. Auffallend war das deutlich geringere Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Krebs zu versterben.

Dies mag damit zusammenhängen, dass die superfitten Radsportler zeitlebens einen gesunden Lebensstil pflegten, kommentierte Dr. Jouven. Und wie steht es mit der Einnahme von Dopingmitteln? Fanden sich Indizien für negative Folgen für die Gesundheit?

Sollten die Athleten von Amphetaminen, Anabolika oder Epo Gebrauch gemacht haben, so schlug sich dies jedenfalls nicht lebensverkürzend nieder. Allenfalls hat ein Substanzmissbrauch die lebensverlängernden Effekte des Extremsports geschmälert, spekulierten die französischen Kollegen.