Medical Tribune
21. Juni 2013Vor dem Shoppen einen Happen essen

Schon kurzes Fasten kritisch für die Figur

Hungern führt dazu, dass beim Anblick hochkalorischen Essens die Aktivität in Hirnarealen, die dem Belohnungssystem zuzuordnen sind (z.B. Amygdala, ventrales Striatum, anteriore Insel), mehr steigt als bei leicher Kost. US-Forscher wollten nun wissen, ob solche Mechanismen auch schon nach kurzer Hungerperiode sichtbar werden. Dazu initiierten sie zwei Studien.

An der ersten Studie nahmen 68 bezahlte Probanden teil, die an zwei Werktagen zunächst fünf Stunden lang aufs Essen verzichten mussten. Zwischen 12 und 17 Uhr bekamen ein Teil von ihnen erst einen Teller mit Weizenkräckern zum Sattessen und durften anschliessend online shoppen, beim anderen Teil der Versuchspersonen hielt man es genau umgekehrt. Der virtuelle Laden offerierte einen breiten Mix von niedrig- und hochkalorischen Lebensmitteln.

In der zweiten Untersuchung, einer Feldstudie, wurde das Einkaufsverhalten im Supermarkt von 82 Menschen in einer vermutlich satten (13–16 Uhr) und einer hungrigen Phase (16–19 Uhr) beobachtet.

Erst satt essen - dann losziehen

Wer mit leerem Magen online Nahrung bestellte, kaufte deutlich mehr Hochkalorisches ein, aber: die Gesamtmenge blieb vergleichbar. Auch in der Feldstudie griffen die hungrigeren Käufer im Vergleich zu den Gesättigten eher zu kalorienreichen Lebensmitteln.

Da also schon kurze "Fastenzeiten" die Auswahl deutlich negativ beeinflussen, sollten Hungrige solche Situationen möglichst vermeiden, zum Beispiel indem sie vor dem Einkauf einen kleinen Appetizer zu sich nehmen.

Brian Wansink et al., JAMA Intern Med 2013; Online first