Ventilen beim COPD-Emphysem den Vorzug geben
In höhergradigen Stadien der COPD leiden viele Betroffene unter einer überblähten Lunge. Die Symptome lassen sich mit modernen Konzepten wie Ventilen, Coils und heissem Wasserdampf lindern. Doch in welchen Fällen führen die interventionellen Massnahmen tatsächlich zum Erfolg?

Patienten mit fortgeschrittener COPD entwickeln oft ein Emphysem und in der Folge eine ausgeprägte Überblähung der Lunge. Durch den verminderten Gasaustausch kommt es zu Dyspnoe – zunächst bei Belastung, später auch in Ruhe. Neben chirurgischen Eingriffen stehen in bestimmten Situationen auch minimalinvasive Massnahmen zur Wahl. Am besten ist die Evidenz für die bronchoskopische Lungenvolumenreduktion mit Ventilen. Das berichtete Dr. Angélique Holland, Klinik für Pneumologie des Universitätsklinikums Marburg. Infrage kommt das Verfahren, wenn die Fissuren intakt sind und es keine Kollateralventilation zwischen den Lungenlappen gibt.
Die Patientenselektion anhand der Emphysemausprägung ist aber noch unscharf. In den Einschlusskriterien von acht randomisierten kontrollierten Studien wurde ein Residualvolumen (RV) von mindestens 150–200 % vom Soll gefordert. Die mittleren Werte überstiegen durchweg die 200 %. Deshalb hat das Autorenteam eines Konsensuspapiers von 2025 keine konkreten RV-Werte definiert, ab denen eine Ventilimplantation indiziert ist. Stattdessen definiert das Gremium ein ausgeprägtes Emphysem in der quantitativen CT mit einem abgeschwächten Signal von ≥ 50 % bei −910 Hounsfield-Einheiten (HU) oder ≥ 20 % bei −950 HU.
66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin