Medical Tribune
1. Nov. 2026Neue Namen, Grenzen und Strategien

Aktualisierte Herzinsuffizienz-Leitlinie der ESC

Die HFmrEF wird abgeschafft, ebenso die Begriffe «leitliniengerechte Therapie» und «akute Herzinsuffizienz». Nicht alle Neuerungen der europäischen Herzinsuffizienz-Leitlinie werden im Alltag Begeisterung auslösen, weiss ein Mitautor. Doch sie sind ein wichtiger Schritt hin zu einer besseren Patientenversorgung.

Ischemic heart disease concept banner header.
Visual Generation/stock.adobe.com

Es muss nicht immer alles komplizierter werden, dachten sich die Autorinnen und Autoren der ESC*-Leitlinie zum Management der Herzinsuffizienz. Mit dem diesjährigen Update will man den Fokus weniger auf die linksventrikuläre Ejektionsfraktion legen, die Herzschwäche mit mässig reduzierter EF entfällt. Die HFrEF** reicht nun bis zu einer EF von < 50 %. Ab einer Pumpleistung von 50 % spricht man von HFpEF***.

Die Bedeutung dieser Änderung sei «in der Tat recht gross», sagte Prof. Dr. Lars Køber vom Universitätsspital Kopenhagen, der federführend an der Erstellung der Leitlinie beteiligt war. Viele (Medikamenten-)Studien wurden nicht mit diesen Kategorien durchgeführt. Andererseits fehlt die mässig reduzierte EF in älteren Untersuchungen ohnehin, sodass man die jetzige Einteilung als Interpretation der verfügbaren Daten verstehen muss, so der Experte.

Neue Stadieneinteilung stärkt den Präventionsaspekt

Stadium
Kriterien
A: erhöhtes Risiko für eine
Herzinsuffizienz
Personen mit kardiometabolischen Risikofaktoren oder Erkrankungen (z. B. Vorhofflimmern), aber ohne:
  • aktuelle oder stattgehabte Symptome bzw. Zeichen einer Herzschwäche
  • strukturelle kardiale Veränderungen
  • erhöhte kardiale Biomarker
B: Prä-Herzinsuffizienz
Personen ohne aktuelle oder stattgehabte Herzinsuffizienz-Zeichen mit nachgewiesenen strukturellen Auffälligkeiten, abnormaler kardialer Funktion oder erhöhten natriuretischen Peptiden bzw. dauerhaft erhöhten Troponin-Spiegeln
C: symptomatische Herzinsuffizienz
Personen mit aktuellen oder stattgehabten Symptomen aufgrund von strukturellen und/oder funktionellen kardialen Veränderungen (HFrEF oder HFpEF)
D: fortgeschrittene Herzinsuffizienz
Personen mit schweren Symptomen, stark eingeschränkter Belastungskapazität, schwerer kardialer Dysfunktion und rezidivierenden Herzinsuffizienz-Ereignissen trotz optimaler FMT, AMT und GDIT

FMT: Foundational Medical Therapy, AMT: Additional Medical Therapy, GDIT: Guideline-Directed Interventional Therapy

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