Aktualisierte Herzinsuffizienz-Leitlinie der ESC
Die HFmrEF wird abgeschafft, ebenso die Begriffe «leitliniengerechte Therapie» und «akute Herzinsuffizienz». Nicht alle Neuerungen der europäischen Herzinsuffizienz-Leitlinie werden im Alltag Begeisterung auslösen, weiss ein Mitautor. Doch sie sind ein wichtiger Schritt hin zu einer besseren Patientenversorgung.

Es muss nicht immer alles komplizierter werden, dachten sich die Autorinnen und Autoren der ESC*-Leitlinie zum Management der Herzinsuffizienz. Mit dem diesjährigen Update will man den Fokus weniger auf die linksventrikuläre Ejektionsfraktion legen, die Herzschwäche mit mässig reduzierter EF entfällt. Die HFrEF** reicht nun bis zu einer EF von < 50 %. Ab einer Pumpleistung von 50 % spricht man von HFpEF***.
Die Bedeutung dieser Änderung sei «in der Tat recht gross», sagte Prof. Dr. Lars Køber vom Universitätsspital Kopenhagen, der federführend an der Erstellung der Leitlinie beteiligt war. Viele (Medikamenten-)Studien wurden nicht mit diesen Kategorien durchgeführt. Andererseits fehlt die mässig reduzierte EF in älteren Untersuchungen ohnehin, sodass man die jetzige Einteilung als Interpretation der verfügbaren Daten verstehen muss, so der Experte.
Neue Stadieneinteilung stärkt den Präventionsaspekt
| Stadium | Kriterien |
| A: erhöhtes Risiko für eine Herzinsuffizienz | Personen mit kardiometabolischen Risikofaktoren oder Erkrankungen (z. B. Vorhofflimmern), aber ohne:
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| B: Prä-Herzinsuffizienz | Personen ohne aktuelle oder stattgehabte Herzinsuffizienz-Zeichen mit nachgewiesenen strukturellen Auffälligkeiten, abnormaler kardialer Funktion oder erhöhten natriuretischen Peptiden bzw. dauerhaft erhöhten Troponin-Spiegeln |
| C: symptomatische Herzinsuffizienz | Personen mit aktuellen oder stattgehabten Symptomen aufgrund von strukturellen und/oder funktionellen kardialen Veränderungen (HFrEF oder HFpEF) |
| D: fortgeschrittene Herzinsuffizienz | Personen mit schweren Symptomen, stark eingeschränkter Belastungskapazität, schwerer kardialer Dysfunktion und rezidivierenden Herzinsuffizienz-Ereignissen trotz optimaler FMT, AMT und GDIT |
FMT: Foundational Medical Therapy, AMT: Additional Medical Therapy, GDIT: Guideline-Directed Interventional Therapy