Bestimmte Gestagene erhöhen das Meningeom-Risiko
Meningeome sind häufig hormonempfindlich. Für einzelne Gestagene zeigen Registerdaten ein dosis- und zeitabhängiges Risiko. Doch nicht jedes Präparat und nicht jede Anwendung sind gleich zu bewerten. Dr. Nicola Pluchino, Leitender Arzt und Leiter des Endometriosezentrums sowie der Abteilung für Reproduktionsmedizin am Universitätsspital Genf, ordnete am SGGG-Jahreskongress die Evidenz ein.

Meningeome machen mehr als ein Drittel aller intrakraniellen Tumoren aus. Frauen sind bis zu 3,5-mal häufiger betroffen als Männer. Zu den Risikofaktoren zählen Alter, Strahlenexposition, familiäre Belastung und Adipositas. Fast 80 % der Meningeome exprimieren Progesteronrezeptoren.
Dies betrifft besonders Tumoren der medialen Schädelbasis bei Frauen unter 50 Jahren. Viele Frauen in diesem Alter benötigen langfristig Gestagene zur Kontrazeption oder zur Behandlung von Endometriose, Adenomyose und Menstruationsbeschwerden. Internationale Leitlinien zur Überwachung bei inzidentellem Meningeom und Hormontherapie fehlen. Ein Schweizer Expertenteam hat deshalb entsprechende Empfehlungen erarbeitet (1).
- Pluchino N et al. Gynecol Endocrinol. 2026; 42(1): 2670826. doi: 10.1080/09513590.2026.2670826.
- Hudelist B et al. EClinicalMedicine. 2026; 92: 103791. doi: 10.1016/j.eclinm.2026.103791.
- Voormolen EHJ et al. Neurosurgery. 2021; 89(2): 308–314. doi: 10.1093/neuros/nyab175.
- Roland N et at. BMJ. 2024; 384: e078078. doi: 10.1136/bmj-2023-078078.
Quelle: Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) 2026, St. Gallen, 26. Juni 2026
