Medical Tribune
6. Okt. 2026Risiken von Kontrazeption und HRT richtig einordnen

Bestimmte Gestagene erhöhen das Meningeom-Risiko

Meningeome sind häufig hormonempfindlich. Für einzelne Gestagene zeigen Registerdaten ein dosis- und zeitabhängiges Risiko. Doch nicht jedes Präparat und nicht jede Anwendung sind gleich zu bewerten. Dr. Nicola Pluchino, Leitender Arzt und Leiter des Endometriosezentrums sowie der Abteilung für Reproduktionsmedizin am Universitätsspital Genf, ordnete am SGGG-Jahreskongress die Evidenz ein.

Brain tumour. Coloured magnetic resonance imaging (MRI) scan of a coronal section of the brain of a 47-year-old patient with a large meningioma brain tumour (orange, centre left). Meningiomas (meningeal tumours) are slow-growing benign (non-cancerous) brain tumours that form on the meninges, the membranous layers surrounding the brain and spinal chord. This meningioma has been calcified (hardened
Science Photo Library/Zephyr

Meningeome machen mehr als ein Drittel aller intrakraniellen Tumoren aus. Frauen sind bis zu 3,5-mal häufiger betroffen als Männer. Zu den Risikofaktoren zählen Alter, Strahlenexposition, familiäre Belastung und Adipositas. Fast 80 % der Meningeome exprimieren Progesteronrezeptoren.

Dies betrifft besonders Tumoren der medialen Schädelbasis bei Frauen unter 50 Jahren. Viele Frauen in diesem Alter benötigen langfristig Gestagene zur Kontrazeption oder zur Behandlung von Endometriose, Adenomyose und Menstruationsbeschwerden. Internationale Leitlinien zur Überwachung bei inzidentellem Meningeom und Hormontherapie fehlen. Ein Schweizer Expertenteam hat deshalb entsprechende Empfehlungen erarbeitet (1).

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