Alzheimer: Neuroprotektive Strategien gewinnen an Bedeutung
Über Jahrzehnte galten Amyloidplaques als zentrale Ursache für die Entstehung der Alzheimerkrankheit. Doch einiges spricht dafür, die Demenz als neurodegenerative Systemerkrankung zu verstehen, bei der die Ablagerungen nicht unbedingt der entscheidende Treiber sind. Das eröffnet neue Ansatzpunkte für die Forschung.

Die Alzheimerdemenz war zunächst eine Diagnose, die erst post mortem durch den Nachweis extrazellulärer Amyloidplaques und intrazellulärer Tau-Protein-Fibrillen bestätigt werden konnte. Später ergaben Untersuchungen, dass eine veränderte Prozessierung des Amyloid-Vorläuferproteins zur Bildung von neurotoxischem β-Amyloid führte.
Die daraus entstehenden extrazellulären Plaques wertete man als zentrale Ursache für die neuronale Schädigung und die Symptome, schreiben Prof. em. Dr. Walter Müller von der Universität Frankfurt am Main und Prof. Dr. Anne Eckert, Universität Basel.
Müller WE, Eckert A. Amyloid-Ablagerungen oder neurodegenerative Veränderungen als mögliche Angriffspunkte für Alzheimer-Medikamente. Psychopharmakotherapie 2026; 33: 57-64; doi: 10.52778/ppt20260006