Natriumbikarbonat bei Herzstillstand?
Die Korrektur der metabolischen Azidose bei einem Herzstillstand erscheint pathophysiologisch plausibel. Doch bringt es den Patienten tatsächlich etwas, sie während der Reanimation mit Natriumbikarbonat zu behandeln?

Die Gabe von Natriumbikarbonat während einer kardiopulmonalen Reanimation ist trotz unklarer Evidenz weit verbreitet. Der Gedanke dahinter: Ein Herzstillstand führt oft zu einer schweren metabolischen Azidose. Diese schwächt die Herzkontraktion, mindert die Wirkung von Katecholaminen und verstärkt Hirnschäden.
Ein dänisches Forscherteam um Prof. Dr. Asger GranFeldt vom Universitätsspital Aarhus untersuchte, ob Natriumbikarbonat bei Erwachsenen mit Herzstillstand im Krankenhaus die Chancen auf eine erfolgreiche Reanimation erhöht.
Die multizentrische, doppelblinde, placebokontrollierte BIHCA-Studie (Bicarbonate for In-Hospital Cardiac Arrest) fand zwischen Februar 2023 und Februar 2026 an 21 Spitälern in Dänemark statt. Die Forscher schlossen 913 Erwachsene mit Herzstillstand im Spital ein, die während der Reanimation mindestens eine Dosis Adrenalin erhalten hatten. Sie teilten die Patienten randomisiert einer intravenösen Behandlung mit Natriumbikarbonat in einer Gesamtdosis von bis zu 100 mmol (zweimalig 50 mmol) oder Placebo zu.
Granfeldt A et al. Sodium Bicarbonate for In-Hospital Cardiac Arrest: A Randomized Clinical Trial. JAMA 2026; 336(8): 647–654. doi:10.1001/jama.2026.10628.
