Beim Status epilepticus bei Kindern schnell handeln
Ein Status epilepticus im Kindesalter birgt ein umso höheres Risiko für Folgeschäden, je länger er anhält. Daher ist eine rasche Notfalltherapie erforderlich. Was die aktualisierte Leitlinie über das geeignete Vorgehen aussagt.

Je länger ein konvulsiver Anfall andauert, desto wahrscheinlicher werden langfristige zelluläre Schäden, molekulare Netzwerkstörungen und Therapieresistenz – bei Kindern wie bei Erwachsenen.
Tonisch-klonische Anfälle, die nicht innerhalb von fünf Minuten aufhören (fokale Anfälle: 10 Minuten; Absencen: 10–15 Minuten), bezeichnet man als Status epilepticus. Danach wird ein spontanes Sistieren unwahrscheinlich.
Mit zunehmender Dauer erhält sich die Anfallsaktivität selbst aufrecht, weil sich inhibitorische Mechanismen erschöpfen und der Energiebedarf des Gehirns steigt. Es drohen Laktatazidose, Elektrolytentgleisungen und kardiopulmonale Dekompensation. Etwa 30 Minuten nach Beginn eines Anfalls ist zu erwarten, dass kardiorespiratorische und metabolische Funktionen dekompensieren. Dies kann schwerwiegende Folgen haben wie Kreislaufinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder ein Lungenödem und zerebrale Perfusionsminderung.
Ursachen eines Status im Kindesalter sind häufig Fieber, akute ZNS-Erkrankungen, abrupt abgesetzte Antikonvulsiva, Schädel-Hirn-Traumata oder metabolische Hirnerkrankungen. In etwa 30 % der Fälle besteht schon vorher eine Epilepsie.
Bei Fieber braucht es eine Liquordiagnostik
S1-Leitlinie «Therapie des konvulsiven Status epilepticus im Kindes- und Jugendalter»; AWMF-Register-Nr. 022-019; www.awmf.org