Urolithiasis: Therapie als langfristiges Projekt begreifen
Die European Association of Urology (EAU) verfolgt in ihren Urolithiasis-Guidelines 2026 ein integriertes Konzept: Die akute Steinentfernung ist nur ein Teil der Therapie. Ebenso bedeutsam sind die präzise Charakterisierung des Steins, die Erkennung zugrunde liegender metabolischer, infektiöser oder genetischer Ursachen sowie eine risikoadaptierte Langzeitprävention.

Während kleine Steine in den Nieren oft keine Beschwerden verursachen und nur zufällig bei Röntgen- oder Ultraschall-Untersuchungen entdeckt werden, verursachen grössere Steine, die in den Ureter wandern, die typischen Symptome einer Nierenkolik: plötzlich auftretende heftige Flankenschmerzen, die in den Unterbauch, die Leiste oder den Hoden ausstrahlen und von Übelkeit und Erbrechen begleitet sein können.
Auch eine Makrohämaturie kann bei Urolithiasis vorkommen, heisst es in den EAU-Urolithiasis-Guidelines 2026, verfasst von Prof. Dr. Andreas Skolarikos vom Spital Sismanogleio in Athen und Kollegen. Fieber und Schüttelfrost weisen auf ein infektiöses Geschehen hin, das einer sofortigen Abklärung bedarf.
Skolarikos A et al. EAU Guidelines on Urolithiasis 2026.
