Auch bei ungewöhnlichen Symptomen an Riesenzellarteriitis denken
Bei der Riesenzellarteriitis ist eine rasche Therapie essenziell, um einen Visusverlust zu verhindern. Doch wie ein Fallbeispiel zeigt, kann es schwer sein, die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen.

Einer Studie zufolge würden rund 20 % der befragten (nichtrheumatologischen) Ärzte bei einer Person, die keine Kopfschmerzen hat, eine Riesenzellarteriitis (RZA) ausschliessen – selbst wenn andere passende Symptome vorliegen.
Über Kopfschmerzen berichten jedoch nur rund 75% der Erkrankten, bei 4% der Erkrankten sind die Entzündungsmarker im Normbereich. Denkt man nicht trotzdem schnell an die Vaskulitis, droht eine dauerhafte Beeinträchtigung der Sehkraft. Das schreibt ein Team um Dr. Frances Mills-Baker vom NIHR Manchester,
Die Autoren beschreiben den Fall einer 84-Jährigen, die seit vier Wochen unter wiederkehrenden Kieferschmerzen beim Essen, intermittierenden Sehstörungen und Missempfindungen an der Kopfhaut beim Haarebürsten litt. Zudem bestanden seit langer Zeit Kopfschmerzen. Blutbild, BSG und CRP waren unauffällig, eine Sonografie der Temporalarterie nicht eindeutig, weshalb man eine RZA zunächst ausschloss. Erst einen Monat später zeigte sich eine Verdickung der linken Temporalarterie. Beidseits bestand bereits eine anteriore ischämische Optikusneuropathie mit bilateraler Visusminderung.
- Mills-Baker F et al. Easily Missed? Giant cell arteritis. BMJ. 2026 Jan 29;392:e086139. doi: 10.1136/bmj-2025-086139.