Medical Tribune
30. Juni 2026Empfehlungen für die tägliche Praxis

Rezeptfreie Medikamente bei gastroenterologischen Beschwerden

Rezeptfreie Medikamente finden bei gastroentero­logischen Beschwerden breiten Einsatz. Nicht immer ist die Evidenzlage eindeutig, aber etliche – insbesondere pflanzliche – Produkte sind tatsächlich in der Lage, Linderung zu verschaffen. Auf Red Flags, mögliche Interaktionen sowie Nebenwirkungen ist jedoch zu achten.

Bunte Tabletten, Kapseln und Blisterpackungen auf dunkelblauem Hintergrund – illustrative Darstellung pharmazeutischer
ArtValeriia/stock.adobe.com

In der Schweiz gibt es mehr als 2.000 rezeptfreie Medikamente. Man bezeichnet sie auch als OTC-Präparate (over the counter, OTC). Ungefähr 90 davon decken gastrointestinale Beschwerden ab, erklärte Prof. Dr. Stephan Vavricka vom Zentrum für Gastroenterologie und Hepatologie in Zürich.

Fallbericht: Red Flag Dysphagie

Der Gastroenterologe startete seinen Vortrag mit einem Fallbericht aus seiner Praxis: Ein 22-jähriger Patient mit atopischer Anamnese hatte seit drei Monaten Sodbrennen mit zunehmender Dysphagie. Er behandelte sich selbst mit Antazida. Soll dieser Patient weiterhin eine Therapie mit OTC erhalten oder ist eine Endoskopie indiziert? Diese Frage ist leicht zu beantworten: Eine Dysphagie gilt als Alarmzeichen bzw. Red Flag in der Gastroenterologie, erläuterte der Experte. In der Gastroskopie stellte sich heraus, dass der junge Mann an einer eosinophilen Ösophagitis litt. «Wenn bei diesen Patienten feste Nahrung stecken bleibt, kann das lebensbedrohlich sein», warnte Prof. Vavricka.

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