Medical Tribune
11. Juni 2026Welche Rolle spielt die kutane Besiedelung bei der Pathogenese?

Atopische Dermatitis: Staphylococcus aureus bringt das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht

Staphylococcus aureus gehört zur natürlichen Hautflora – kann unter bestimmten Bedingungen aber zum Problem werden. Besonders bei atopischer Dermatitis profitiert das Bakterium offenbar von einem gestörten Hautmilieu und verstärkt zugleich die Entzündung.

Staphylococcus aureus
Tatiana Shepeleva/stock.adobe.com

Als Pathobiont ist Staphylococcus aureus sowohl potenziell tödlicher Krankheitserreger als auch harmloser Kommensale. In der Regel hält ihn das Immunsystem in Schach. Allerdings kann z. B. eine Haut­erkrankung dieses Kräfteverhältnis verschieben. Bekannt ist, dass Patienten mit atopischer Dermatitis (AD) besonders häufig und stark kolonisiert sind, vor allem auf läsionaler Haut.

Läsionen von Personen mit schwerer AD weisen 100- bis 1000-mal mehr lebende Kolonien auf als Gesunde. Patienten mit schwerer AD sind oft auch positiv in der Kultur und haben während eines Schubs die höchsten Keimzahlen, schreiben ­Carla­ ­Chehadeh­ vom Department of Dermatology, University of California in San Diego, und ihr Team.

Die Art der Inflammation scheint die Chancen der Staphylokokken zu beeinflussen. Dass Staphylococcus aureus bei AD so viel erfolgreicher sein kann als z. B. bei einer Psoriasis (Typ-17-Inflammation), liegt an einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Durch die Typ-2-Inflammation fehlen antimikrobielle Peptide (AMPs) wie Cathelicidin, die u. a. von Keratinozyten produziert werden.

Gestörte Hautbarriere wirkt auf Erreger wie eine Einladung

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