Kardiometabolische Gesundheit durch Yoga pushen
Yoga könnte bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas mehr bewirken als nur Entspannung. Eine aktuelle Metaanalyse zeigt günstige Effekte auf den Blutdruck und Hinweise auf Verbesserungen des Stoffwechsels sowie entzündlicher Prozesse.

Die systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse untersuchte die Effekte von Yoga auf kardiometabolische Gesundheitsparameter bei Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas. Als Grundlage dienten 23 randomisierte kontrollierte Studien mit 2.313 Teilnehmern, die in die quantitativen Analysen einbezogen wurden.
Ziel war es, den Einfluss von Yoga auf Blutdruck, Lipidprofil, Glukosestoffwechsel, Entzündungsmarker sowie Marker für oxidativen Stress zu bewerten.
Günstige Effekte besonders auf den Blutdruck
Die Auswertung zeigte, dass Yoga insbesondere günstige Effekte auf den Blutdruck hatte. Im Mittel beobachteten die Forscherinnen und Forscher eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 4,35 mmHg und des diastolischen Blutdrucks um 2,06 mmHg. Diese Effekte gelten als klinisch relevant, auch wenn teilweise eine hohe Heterogenität zwischen den Studien bestand.
Hinsichtlich des Lipidstoffwechsels zeigten sich moderate Verbesserungen, etwa leichte Senkungen von Triglyzeriden und VLDL sowie ein geringer Anstieg des HDL-Cholesterins. Für LDL- und Gesamtcholesterin liessen sich hingegen keine signifikanten Effekte nachweisen.
Im Bereich des Glukosestoffwechsels ergaben sich differenzierte Befunde: Während Marker wie HbA1c und Insulinresistenz (HOMA-IR) leicht verbessert wurden, zeigten sich für den Nüchtern- und den postprandialen Blutzucker keine konsistenten Effekte. Dies wird unter anderem auf den meist unauffälligen Ausgangszustand der Studienteilnehmer zurückgeführt.
Auch in Bezug auf Entzündungsmarker (z. B. CRP, hs-CRP, Interleukin-6) und Parameter für oxidativen Stress (Malondialdehyd, MDA, Trolox Equivalent Antioxidative Capacity, TEAC) zeigten sich potenziell positive Effekte von Yoga. Die Evidenz hierfür ist jedoch aufgrund methodischer Einschränkungen unsicher.
Wer profitiert besonders von Yoga?
Subgruppenanalysen weisen darauf hin, dass Faktoren wie ethnische Zugehörigkeit und Trainingsumfang die Effekte von Yoga auf die Gesundheit beeinflussen. Besonders in asiatischen Populationen wurden stärkere Effekte beobachtet. Zudem scheinen Interventionen mit einer Dauer von mindestens zwölf Wochen, einer Frequenz von mindestens drei Einheiten pro Woche und einer Sitzungsdauer von etwa 60 Minuten die grössten gesundheitlichen Vorteile zu erzielen.
Wasityastuti W et al. Impact of yoga on cardiometabolic health in adults with overweight or obesity: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. PLOS Glob Public Health 6(4): e0006174. doi: 10.1371/journal.pgph.0006174
