Medical Tribune
29. Juni 2026Paradigmenwechsel steht an

Sarkoidose: Glukokortikoide lediglich zur Brückentherapie!

Trotz der bekannten Risiken werden orale Glukokortikoide seit den 1950er-Jahren fast bei allen Sarkoidose-Typen als Grundpfeiler der Therapie empfohlen. Nun fordern Experten ein Umdenken und formulieren individuelle Behandlungsstrategien.

Ein Arzt evaluiert einen Lungenscan am CT
Markoff/stock.adobe.com

Bis zu 90 Prozent der symptomatischen Sarkoidose-Patienten beginnen mit Prednison oder einem anderen Glukokortikoid. Viele bleiben jahrelang dabei, berichten Prof. Dr. Athol Wells vom Royal Brompton Hospital in London und Kollegen (1).

Der Versuch einer Dosisreduktion werde zwar häufig unternommen, bleibe aber nicht selten erfolglos. Zwar lindern orale Glukokortikoide (OCS) kurzfristig Symptome und Organmanifestationen, doch ihre langfristige Wirkung auf die Krankheitsaktivität bleibt unklar. Ausserdem drohen toxische Wirkungen – unabhängig von der Dosierung.

Selbst 5 mg Prednison täglich können langfristig Infektionen, Gewichtszunahme, Akne, Osteoporose, Diabetes, Bluthochdruck, Glaukom, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen auslösen (siehe Kasten).

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