Pumpentherapien bei Parkinson: Bewährtes und neue Entwicklungen
Bei fortgeschrittenem Parkinson treten trotz regelmässiger oraler Levodopa-Einnahme oft längere Off-Zeiten und deutliche Wirkungsschwankungen auf. Inzwischen bieten verschiedene Pumpentherapien neue Möglichkeiten – Forscher arbeiten intensiv an weiteren Behandlungsansätzen.

In fortgeschrittenen Stadien der Parkinsonkrankheit reicht die orale Therapie oft nicht mehr aus, um motorische Fluktuationen und Off-Phasen zu kontrollieren. Etabliert ist in solchen Fällen die intestinale Infusion eines Gels mit Levodopa und Carbidopa (LCIG). Kürzlich kam Entacapon (LECIG) als Erweiterung hinzu, um die tägliche Levodopa-Dosis zu senken und einen gleichmässigeren Wirkspiegel zu erzielen. Sonden-assoziierte Komplikationen sind allerdings bei dieser Applikationsform häufig.
Schon länger steht die kontinuierliche subkutane Apomorphin-Infusion zur Verfügung. Als Weiterentwicklung der intestinalen Geltherapie wurde inzwischen auch eine subkutane Infusion mit den wasserlöslichen Prodrugs Foslevodopa und Foscarbidopa etabliert. Der Einsatz dieser Prodrugs soll die Absorption und Tolerabilität der subkutanen Therapie verbessern.
Vor- und Nachteile der Pumpensysteme abwägen
Direkte Vergleichsstudien der verschiedenen Infusionstherapien fehlen bislang, betonte Prof. Dr. Joseph Classen von der neurologischen Universitätsklinik in Leipzig. Wahrscheinlich reduzieren die intestinalen Therapien etwas effektiver Off-Zeiten und verlängern deutlicher die On-Zeiten als die subkutanen Varianten. Als Hilfen für die Therapieentscheidung nannte Prof. Classen
folgende Vor- und Nachteile:
98. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie