Mehr Energie in den Wechseljahren
Mit der Menopause geraten Knochen, Muskulatur, Fettstoffwechsel und kardiovaskuläre Risiken aus dem Gleichgewicht. Körperliche Aktivität ist der zentrale Hebel, um gegenzusteuern. Tierexperimentelle Daten zeigen: Cimicifuga-Extrakt kann nicht nur Hitzewallungen lindern, sondern möglicherweise auch Stoffwechsel und Trainingseffekte günstig beeinflussen. Darüber berichtete Prof. Dr. Dr. Patrick Diel von der Deutschen Sporthochschule Köln am diesjährigen pharmaDavos Kongress.

Östrogene prägen die weibliche Physiologie von der Pubertät bis ins hohe Alter. Im Klimakterium sinken die Östrogenspiegel innerhalb weniger Jahre stark ab – mit Folgen für nahezu alle Organe.
Klinisch stehen zunächst Hitzewallungen, Schlafstörungen und Gewichtszunahme im Vordergrund. Weniger präsent ist, dass parallel «im Verborgenen» ein beschleunigter Knochenmasseverlust, Muskelabbau und eine ungünstige Verschiebung der Blutfette stattfinden – mit steigendem kardiovaskulärem Risiko.
«Wir haben festgestellt, dass die die Mehrheit der Frauen, die zu uns in die Studie kommen, einen Verlust der Knochendichte aufweisen, auch wenn sie das gar nicht wissen», berichtet Diel. Gleichzeitig verschlechtert sich die Fähigkeit, Fett als Energieträger zu nutzen, während das Risiko für Typ-2-Diabetes durch den Verlust insulinunabhängig arbeitender Muskelmasse ansteigt.
Training als Basis
Aus trainingswissenschaftlicher Sicht ist Bewegung der nicht verhandelbare Grundpfeiler jeder Präventionsstrategie in der Postmenopause. Empfohlen wird eine Kombination aus Ausdauertraining (zwei- bis dreimal wöchentlich etwa 40 Minuten) und gezieltem Krafttraining, idealerweise drei Einheiten pro Woche.