Medical Tribune
26. Apr. 2026Wann kommt der Wendepunkt?

Parkinson: Zwei Ansätze auf dem Weg zur verlaufsmodifizierenden Therapie

Mit den bisherigen Ansätzen zur Behandlung der Parkinsonkrankheit lässt sich die Neurodegeneration nicht aufhalten. Auf der Suche nach einer verlaufsmodifizierenden Therapie kristallisieren sich zwei mögliche Wirkprin­zipien heraus.

Substantia nigra im Mittelhirn: 3D-Illustration dopaminerger Neuronen, die bei Morbus Parkinson degenerieren.
Dr_Microbe/stock.adobe.com

Könnten Agonisten des Glucagon-like-Peptid-1-Rezeptors (GLP1-RA) bei Morbus Parkinson verlaufsmodifizierend wirken? Immerhin überwinden sie die Blut-Hirn-Schranke.

Im Tiermodell reduzieren sie zudem die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine und die Akkumulation von α-Synuclein sowie Amyloid-beta, wie Prof. Dr. ­Kathrin ­Brockmann­ vom Zentrum für Neurologie der Universität Tübingen erklärte. Auch eine Verminderung von oxidativem Stress und eine Förderung der Neurogenese wurde bereits beobachtet.

Geringe, aber signifikante motorische Unterschiede

In einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Phase-II-Studie führte der GLP1-RA Lixisenatid zu einer verringerten Progression motorischer Symptome bei Patientinnen und Patienten mit früher Parkinsonkrankheit. Die Lixisenatid-Gruppe verbesserte sich auf der Movement Disorder ­Society-Unified Parkinson’s Disease Rating Scale (MDS-UPDRS) Teil III in 52 Wochen minimal um 0,04 Punkte, während sich die Placebo-Gruppe leicht um 3,04 Punkte verschlechterte. Die Differenz war statistisch signifikant.

Bei moderat bis schwer Betroffenen bewirkte der GLP1-RA Exenatide in einer Phase-III-Studie allerdings keine verlangsamte Progression. Auch jüngere Betroffene profitierten nicht, berichtete Prof. Brockmann. Es bleiben daher Resultate weiterer Studien für unterschiedliche Krankheitsstadien abzuwarten.

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