Parkinson: Zwei Ansätze auf dem Weg zur verlaufsmodifizierenden Therapie
Mit den bisherigen Ansätzen zur Behandlung der Parkinsonkrankheit lässt sich die Neurodegeneration nicht aufhalten. Auf der Suche nach einer verlaufsmodifizierenden Therapie kristallisieren sich zwei mögliche Wirkprinzipien heraus.

Könnten Agonisten des Glucagon-like-Peptid-1-Rezeptors (GLP1-RA) bei Morbus Parkinson verlaufsmodifizierend wirken? Immerhin überwinden sie die Blut-Hirn-Schranke.
Im Tiermodell reduzieren sie zudem die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine und die Akkumulation von α-Synuclein sowie Amyloid-beta, wie Prof. Dr. Kathrin Brockmann vom Zentrum für Neurologie der Universität Tübingen erklärte. Auch eine Verminderung von oxidativem Stress und eine Förderung der Neurogenese wurde bereits beobachtet.
Geringe, aber signifikante motorische Unterschiede
In einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Phase-II-Studie führte der GLP1-RA Lixisenatid zu einer verringerten Progression motorischer Symptome bei Patientinnen und Patienten mit früher Parkinsonkrankheit. Die Lixisenatid-Gruppe verbesserte sich auf der Movement Disorder Society-Unified Parkinson’s Disease Rating Scale (MDS-UPDRS) Teil III in 52 Wochen minimal um 0,04 Punkte, während sich die Placebo-Gruppe leicht um 3,04 Punkte verschlechterte. Die Differenz war statistisch signifikant.
Bei moderat bis schwer Betroffenen bewirkte der GLP1-RA Exenatide in einer Phase-III-Studie allerdings keine verlangsamte Progression. Auch jüngere Betroffene profitierten nicht, berichtete Prof. Brockmann. Es bleiben daher Resultate weiterer Studien für unterschiedliche Krankheitsstadien abzuwarten.
Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)