Medical Tribune
25. Apr. 2026Mikro-RNA ergänzt klinische Risikofaktoren

Hodenkrebs: Wie hoch ist das Rezidivrisiko?

Die klinischen Biomarker für ein hohes Risiko sind nicht ausreichend genau, um eine Übertherapie bei Stadium-1-­Hodentumoren zu vermeiden. Das erklärte Prof. Dr. Ben Tran vom Peter McCallum Cancer Centre in Melbourne. In der prospektiven Kohortenstudie CLIMATE prüften er und seine Kollegen den Biomarker miR-371 zur Risikoabschätzung bei Erkrankten mit testikulärem Keimzelltumor im Stadium 1 (60 % reine Seminome, 40 % Nicht-Seminome).

Hodenkrebs im Querschnitt: 3D-Illustration mit Darstellung der tumorösen Veränderung im Hoden.
Crystal light/stock.adobe.com

Die Teilnehmer waren innerhalb der vergangenen sechs Wochen orchiektomiert worden und standen für eine aktive Überwachung an. Die Forschenden bestimmten miR-371 alle drei Monate mit quantitativer Polymerasekettenreaktion aus Serum und Plasma. Nach median 18,9 Monaten hatten 20 % der Studienteilnehmer ein Rezidiv erlitten. In der Gruppe der Seminome betrug die Rezidivrate dabei 8 %, bei Nicht-Seminomen 38 %.

Plasma-Messung zeigte höhere Aussagekraft

Die Anfangsbestimmung von miR-371 aus Plasma sagte ein Rezidiv besser voraus als aus Serum. Der positive prädiktive Wert lag bei 62 % gegenüber 56 %, der negative prädiktive Wert bei 91 % gegenüber 87 % (Area under the Receiver Operating Curve [AUROC] 0,77 vs. 0,69; p = 0,04). Die weiteren Analysen erfolgten mit miR-371 aus Plasma.

Um den Inhalt zu sehen, müssen Sie sich einloggen oder registrieren.