Medical Tribune
5. Mai 2026Weiter Biologika geben?

Schwangerschaft mit Psoriasisarthritis

Arztgespräch mit schwangerer Patientin.
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Frauen mit Psoriasisarthritis tragen ein deutlich höheres Risiko für Frühgeburten. Entscheidend ist dabei weniger die Therapie als die Krankheitsaktivität vor und während der Schwangerschaft.

Von der rheumatoiden Arthritis weiss man seit Langem, dass sie zahlreiche Schwangerschaftskomplikationen begünstigt. Für die Psoriasisarthritis (PsA) fehlen jedoch belastbare Daten. Entsprechend gibt es kaum evidenzbasierte Empfehlungen zur Behandlung von PsA-Patientinnen während der Schwangerschaft, schreiben Forschende um Dr. Anne Secher vom Rigshospitalet in Kopenhagen. Um das Frühgeburtsrisiko bei PsA zu untersuchen und Einflussfaktoren zu bestimmen, analysierten sie Registerdaten aus Schweden, Dänemark und Norwegen in einer Kohortenstudie.

In die Analyse gingen Informationen über 688 PsA-Patientinnen ein, die in den Jahren 2006–2021 schwanger geworden waren. 54 von ihnen (7,8 %) erlitten eine Frühgeburt. Im Kontrollkollektiv (n = 6880) wurden 312 Frühgeburten beobachtet (4,5 %), die adjustierte Odds Ratio (aOR) wurde mit 1,8 berechnet.

Somit erhöhte eine PsA das Frühgeburtsrisiko um 80 %. Faktoren wie Parität, Rauchen und BMI hatten nach Aussage des Teams kaum Bedeutung für die Frühgeburtlichkeit. Dagegen schien eine hohe Krankheitslast in den neun Monaten vor Eintritt der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko assoziiert zu sein, die aOR erreichte 2,66.

Schübe könnten Frühgeburt fördern

Wurden Frauen während der Schwangerschaft entsprechend der Krankheitsaktivität der PsA intensiv, d.h. mit einer Kombination von biologischen und konventionellen DMARD und/oder Glukokortikoiden behandelt, stieg das Frühgeburtsrisiko drastisch an (aOR 4,44). Dagegen hatte die Exposition gegenüber einer Monotherapie mit Biologika – vor allen TNF-a-Blockern – keinen negativen Effekt (aOR 0,73).

Ausserdem gab es Hinweise, dass eine im ersten Trimenon fortgesetzte Biologikatherapie sicherer war als ein früher Behandlungsstopp: Die Frühgeburtsraten lagen bei 10 % versus 21 %. Allerdings waren die der Berechnung zugrunde liegenden Fallzahlen gering, räumen Secher und ihre Kolleginnen und Kollegen ein. Sie mutmassen jedoch, dass ein frühes Absetzen dieser Substanzen die Schub­entwicklung fördern und so die Frühgeburtsgefahr erhöhen könnte.