Medical Tribune
8. März 2026Auch nicht intubierte Patienten profitieren deutlich

Covid-19: Bauchlage verbessert Überlebenschance

Covid-19-Patienten, die eine schwere Pneumonie entwickeln, müssen seltener intubiert werden und haben bessere Überlebenschancen, wenn sie im Wachzustand auf dem Bauch gelagert werden. Das zeigte nun eine aktuelle Studie.

Infusionsleitungen auf einer Intensivstation – Symbolbild für die intensivmedizinische Versorgung.
Robert Poorten/stock.adobe.com

Schwere Verläufe von Covid-19-Infektionen gehen mit zahlreichen Komplikationen einher. Eine davon ist die hypoxämische respiratorische Insuffizienz. Sie kann in ein akutes Atemnotsyndrom (ARDS) übergehen und eine Intubation erfordern. Die Bauchlagerung gilt seit Jahrzehnten als Therapiestandard bei Patienten mit ARDS. Sie steigert die Sauerstoffaufnahme, reduziert die Atemfrequenz und belüftet auch die dorsalen Lungenabschnitte. Intubierte ARDS-Patienten haben nachweislich eine bessere Überlebensrate, wenn sie täglich für mindestens 16 Stunden auf dem Bauch gelagert werden. Bei nicht invasiv beatmeten Patienten zeigte die Bauchlagerung bisher hingegen keinen einheitlichen Überlebensvorteil.

Ein Team von Wissenschaftlern um Prof. Dr. Anatole Harrois vom Hôpital Bicêtre prüfte nun die Auswirkungen der Bauchlagerung auf wache Patienten mit einer Covid-19-assoziierten hypoxämischen respiratorischen Insuffizienz, die zwar Sauerstoff benötigen, aber bisher nicht intubiert werden mussten. An dieser multizentrischen, randomisierten und kontrollierten Studie nahmen 445 Patienten teil. Die Teilnehmer der Interventionsgruppe befanden sich im Schnitt sechs Stunden täglich über vier Tage in Bauchlage. In der Standardgruppe gab es keine Lagerungsvorgaben. Dennoch nutzte auch hier ein Fünftel der Patienten diese Methode, teilweise auf ärztlichen Rat hin. Der primäre Endpunkt umfasste Intubation und/oder Tod innerhalb von 28 Tagen nach der Randomisierung.

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