Medical Tribune
12. Feb. 2026Häufige Erreger, Behandlungsstrategien und Problemkeime

Hautinfektion: Wann lokale Therapie reicht – und wann nicht

Hautinfektionen sind sehr häufig und in den allermeisten Fällen reine Blickdiagnosen. Die wichtigsten davon stellte Dr. Emel Türkay von dermaesthetik in Zürich im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung vor. Sie ging dabei auf die neuesten Erkenntnisse ein und zeigte aktuelle Behandlungsstrategien auf.

Kind mit Impetigo contagiosa: honiggelbe Krusten bei oberflächlicher bakterieller Hautinfektion.
FotoHelin/stock.adobe.com

Die Impetigo contagiosa ist eine der häufigsten Hautinfektionen überhaupt. Die Erkrankung betrifft insbesondere Kinder, kann jedoch in allen Altersgruppen auftreten. Ganz typisch sind die honiggelben Krusten auf der Haut, die bei Kindern oft um den Mund besonders ausgeprägt sind.

Auslöser sind Staphylococcus aureus und Streptococcus pyogenes. Therapeutisch reicht in der Regel die lokale Behandlung mit Fusidinsäure. Kleine Kinder benötigen eventuell eine systemische Antibiotika-Therapie wegen des erhöhten Risikos für eine Post-Streptokokken-Nephritis.

Ein Erysipel tritt akut auf, ist scharf begrenzt und imponiert mit einer hochroten Haut, eventuell begleitet von Blasen oder Nekrosen. Die Betroffenen sind meistens krank und haben Fieber. Der Erreger ist Streptococcus pyogenes. Die Patienten erhalten eine Therapie mit Amoxicillin plus Clavulansäure und – sofern sich das Erysipel an der unteren Extremität befindet – eine Kompressionsbehandlung mit Strümpfen bis vier Wochen nach Abheilung der Beschwerden. «Diese Massnahme ist sehr wichtig», betonte Dr. Türkay, da sie das Auftreten weiterer Erysipele verhindert. «Sie können damit bereits am zweiten Tag anfangen und müssen nicht abwarten, bis die Entzündung abgeheilt ist.»

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