Medical Tribune
11. März 2026Duale Therapie reduziert Krebsrisiko bei Typ-2-Diabetes

Krebs-Prävention mit Metformin und GLP1-RA?

Immer mehr junge Menschen sind übergewichtig oder adipös und leiden an Typ-2-Diabetes. Zu viel Gewicht gilt auch als entscheidender Risikofaktor für Krebs. Eine neue Studie untersuchte, ob die Kombination aus Metformin und GLP1-Rezeptoragonisten (GLP1-RA) das Risiko von adipositasbezogenen Krebsarten senken kann.

GLP-1-Rezeptoragonist zur Gewichts- und Diabetestherapie: Selbstinjektion eines modernen Inkretin-basierten Medikaments in
Corona Borealis/stock.adobe.com

Bereits 4–8 % aller Krebsfälle lassen sich heute direkt auf Adipositas zurückführen. Tumoren wie Endometrium-, Ovarial-, Brust- und kolorektale Karzinome treten mit zunehmendem Körpergewicht nachweislich häufiger auf. Positiv ist: Gewichtsverlust kann das Risiko für adipositasassoziierte Karzinome senken, insbesondere bei Frauen. Die derzeitige Evidenz legt nahe, dass bariatrische Verfahren dabei am effektivsten sind. Aber auch glukose- und gewichtsreduzierende Medikamente wie Metformin oder GLP1-RA weisen ähnliche Effekte auf. Die Datenlage dazu war allerdings bislang widersprüchlich.

Ein Forschungsteam um Alex E. Henney hat nun Real-World-Daten analysiert, um den Einfluss von der beiden Medikamente auf das Krebsrisiko und die Gesamtmortalität bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zu untersuchen. In einer retrospektiven Kohortenanalyse verglichen sie Metformin und GLP1-RA einzeln und in Kombination mit einer Referenzgruppe, die DPP4-Inhibitoren erhalten hatte. Mittels Propensity-Score-Matching stellten die Wissenschaftler die Vergleichbarkeit der Gruppen sicher, indem sie für jeden Patienten eine hinsichtlich Alter, Geschlecht, BMI, Rauchen oder HbA1c passende Kontrollperson im Verhältnis 1:1 zuordneten.

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