Medical Tribune
18. Jan. 2026Angst, Depression und Stress erhöhen die Rezidivgefahr

Nach dem Myokardinfarkt auch psychische Folgen adressieren

Nach einem Herzinfarkt entwickeln bis zu 50 % der Betroffenen psychische Probleme. Sie leiden unter Depressionen, Ängsten, psychosozialem Stress oder einer Belastungsstörung. Als Ärztin oder Arzt sollte man sich nicht nur auf die kardiovaskuläre Therapie stürzen, sondern einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen.

Brustschmerzen als mögliches Zeichen eines Myokardinfarkts.
lovelyday12/stock.adobe.com

Psychische Beschwerden bzw. Erkrankungen, die nach einem Myokardinfarkt auftreten, werden unter dem Begriff post-myocardial infarction psychological distress (PMPD) zusammengefasst. Dieser Distress erhöht die Gefahr für ein erneutes, potenziell tödliches, kardiales Ereignis, schreibt eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Glenn­ Levine­ vom Baylor College of Medicine, Houston, in einem wissenschaftlichen Statement der American Heart Association.

Menschen mit PMPD kümmern sich oft nicht um ihre kardiovaskulären Risikofaktoren, d. h. sie sind körperlich wenig aktiv oder nehmen ihre Medikamente unzuverlässig. Eine akute Stressbelastung kann bei ihnen zur koronaren Vasokonstriktion, zur erneuten myokardialen Isch­ämie und zu Wandbewegungsstörungen der Herzkammer führen. Auch die Suizidgefahr steigt bei PMPD an.

Manche Fragen motivieren Betroffene, sich zu öffnen

Um den Inhalt zu sehen, müssen Sie sich einloggen oder registrieren.