Tinea capitis bei Kindern
Eine Tinea capitis lässt sich oft nur systemisch in den Griff bekommen. Wie kann man vorgehen, wenn die üblichen Therapieempfehlungen aufgrund von Alter und Körpergewicht noch nicht greifen?

Die Tinea capitis ist vor allem bei Kindern zwischen drei und sieben Jahren häufig. Seltener kommt es zu einer Pilzinfektion vor dem zweiten Lebensjahr, allerdings ist die Therapie von Kindern unter 10 kg Körpergewicht eine Herausforderung.
Da man in Frankreich immer weniger Therapieoptionen hat – es wurden sowohl Griseofulvin als auch die Itraconazol-Lösung vom Markt genommen –, hat sich eine Gruppe dort mit derzeit genutzten Alternativen beschäftigt. Axelle Cornillault und Koautoren vom Timone University Hospital Marseille dokumentierten in einer nationalen retrospektiven Multicenterstudie das Vorgehen bei Kindern unter 10 kg.
Sehr junge Kinder mit Tinea capitis: Erregerprofil und Therapie in der Praxis
Sie werteten 26 Fälle aus dem Zeitraum 2022 bis 2024 aus. Die Kinder waren zwischen einem Monat und 25 Monaten (im Mittel 11) alt und median 8 kg (4–10 kg) schwer. Drei von vier Kindern hatten sich über Familienmitglieder infiziert. Jedes Fünfte zeigte eine diffuse Schuppung, die Läsionsgrösse half daher bei der Unterscheidung der Erreger kaum weiter. Anthropophile Spezies fanden sich in 75 % der Fälle. Als Erreger traten Microsporum und Trichophyton (je etwa die Hälfte) auf. Die häufigsten Pathogene waren M. audouinii und T. tonsurans.
Die meisten Kinder (n = 23) erhielten eine antimykotische Systemtherapie. Oft kombiniert mit oder im Anschluss an eine Lokaltherapie (n = 15). Denn Letztere liess die Tinea nur bei zwei Kindern abheilen – obwohl einige Studien sie für diese Patientengruppe als Monotherapie empfehlen. Die Autorengruppe sieht daher den Platz der Lokaltherapie hauptsächlich zur Überbrückung bis das Ergebnis der Mikrobiologie vorliegt und weniger als einzige kurative Massnahme.
Empfehlungen oft auf jüngere Kindern übertragen
Itraconazol wurde als Systemtherapie bei der mikrosporischen Tinea bevorzugt, Terbinafin hingegen bei der trichophytären Variante. Dosiert wurde Itraconazol als 3–5 mg/kg/d, Terbinafin kam in Dosierungen von 62,5 mg/d oder 5–6 mg/kg/d zum Einsatz. Zwei Kinder erhielten Fluconazol (5–8 mg/kg/d).
Cornillault A et al. Management of Tinea Capitis in children under 10 kg : Results from a French multicentre study. J Eur Acad Dermatol Venereol 2025; doi: 10.1111/jdv.20881