Medical Tribune
7. Jan. 2026«Entscheidend ist die zeitliche Struktur»

Bipolare Störung und ADHS in der Grundversorgung

Bipolare Störungen und ADHS sind häufig, werden aber oft übersehen. PD Dr. Michael Colla, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, betont im Rahmen eines Vortrags die Schlüsselrolle der Hausärzte. Er zeigt, wie sie Betroffene strukturiert erkennen, sicher behandeln und rechtzeitig überweisen können.

Ärztliche Untersuchung bei neurologischer Erkrankung
Kawsar/stock.adobe.com

Hausärzte begleiten Patienten oft über Jahre hinweg – ein entscheidender Vorteil, wie PD Dr. Colla bekräftigt. «Dadurch sehen sie Muster, die in den Spezialambulanzen oder Kliniken oft erst später auffallen.»

Bipolare Störungen werden oft lange falsch behandelt

Die bipolare Störung (siehe Kasten) zeigt sich etwa durch einen «Bruch mit dem Gewohnten», wie PD Dr. Colla erklärt. Mit einer Lebenszeitprävalenz von 1 – 2% ist sie häufig, doch die korrekte Diagnose dauert im Schnitt zehn Jahre. «Oft behandelt man mehrfach depressive Episoden, ohne den episodischen Charakter oder Frühzeichen einer Hypomanie zu hinterfragen.»

Um den Inhalt zu sehen, müssen Sie sich einloggen oder registrieren.