Medical Tribune
9. Jan. 2026Bei jedem Fall frühzeitig die Rifampicin-Empfindlichkeit prüfen

Konsequent gegen Tuberkulose-Resistenz

Weniger als die Hälfte der Tuberkulose-Fälle mit (Multi-)Resistenz wird korrekt diagnostiziert und behandelt. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Die Therapie ist effektiver, kürzer und sicherer geworden.

Eine dreidimensionale CT-Aufnahme zeigt typische entzündliche und strukturelle Veränderungen der Lunge bei Tuberkulose.
Science Photo Library/VSEVOLOD ZVIRYK

Geschätzte 3 % der Patienten mit Tuberkulose weltweit entwickeln eine Multiresistenz (gegen Isoniazid und Rifampicin) oder eine Rif­ampicin-Resistenz.

Das klinische Erscheinungsbild der multiresistenten Variante unterscheidet dabei sich eigentlich nicht von dem der medikamentenempfindlichen. Zu den typischen klinischen Symptomen gehören

  • Husten,
  • Fieber,
  • Appetitverlust,
  • Gewichtsabnahme,
  • Atemnot,
  • Hämoptysen,
  • Brustschmerzen und
  • Nachtschweiss.

Allerdings haben Patienten mit bakteriologisch gesicherter Tuberkulose mitunter keinen Husten oder gar keine Symptome.

Bei verdächtigen Symptomen soll man zunächst anamnestisch nach Risikofaktoren suchen. Hierzu zählen

  • HIV-Infektion,
  • Diabetes,
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum,
  • Tuberkulose in der Vergangenheit,
  • Kontakt mit Tb-Erkrankten,
  • Wohnen in grösseren Gruppen sowie
  • Reisen in Endemiegebiete.

Zudem sollte eine umfassende körperliche Untersuchung erfolgen.

Zwei Nachweise mit nur einem Test

Eine Erregerdiagnostik anhand von Material aus dem Respirationstrakt (Sputum, Tracheaaspirat oder bronchoalveoläre Lavage) soll bei allen Menschen mit Symptomen einer Tuberkulose, asymptomatischen Personen mit positivem Tb-Screening sowie HIV-Erkrankten mit CRP-Anstieg durchgeführt werden.

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