«Der Hausarzt spielt eine Hauptrolle von der Diagnose bis zum terminalen Stadium»
In der Behandlung der Herzinsuffizienz hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Im Interview erklärt Dr. Matthias Paul, Leitender Arzt Herzzentrum, Luzerner Kantonsspital, und Präsident der Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz, wie das Management heute aussieht und welche Rolle die Hausärzte dabei spielen.

Herr Dr. Paul, welche Aufgabe hat der Hausarzt bei der Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz und welche Aufgaben sollte der Facharzt wahrnehmen?
Dr. Paul: Prinzipiell ist dies Teamarbeit. Der Hausarzt spielt eine Hauptrolle von der Diagnose bis zum terminalen Stadium. Essenziell ist, bei Patienten mit Risikofaktoren wie beispielsweise Diabetes, koronare Herzkrankheit, langjährige arterielle Hypertonie oder COPD immer an eine Herzinsuffizienz zu denken. Bei diesen Patienten ist ein Screening wichtig etwa mit der Frage, ob sich etwas in puncto Atemnot bei Belastung verändert hat. Viele ältere Patienten führen dies primär auf das Alter zurück. Mit der Bestimmung des NT-proBNP lässt sich dann eine Verdachtsdiagnose stellen.