Konvulsiver Status epilepticus: grosse Differenz zwischen Leitlinie und Praxis
Beim konvulsiven Status epilepticus gibt es kaum Zweifel, wie therapeutisch vorzugehen ist. Immerhin existiert ein etabliertes Stufenschema. Doch leider werden die Vorgaben allzu salopp gehandhabt.
Kommt es zum Status klonisch-tonischer Anfälle, droht dem Patienten Lebensgefahr. Es ist daher zwingend notwendig, das Geschehen früh zu unterbrechen. Damit jeder weiss, was zu tun ist, wurde schon vor Jahren ein therapeutisches Stufenschema mit Zeitvorgaben entwickelt. Es gilt national wie international, wird in der Praxis aber nur unzureichend umgesetzt. Dies zeigte u. a. ein im letzten Jahr publiziertes Review von 15 Studien, in das die Daten von 2212 Status-Patienten eingingen. Im Durchschnitt dauerte es 42 Minuten, bis überhaupt mit der Therapie begonnen wurde, und fast eine Stunde, bis die Patienten im Spital waren, berichtete Professor Dr. Frank Erbguth, Klinik für Neurologie am Klinikum Nürnberg – Paracelsus Medizinische Privatuniversität. Nur in 52 % der Fälle wurden bereits präklinisch von Rettungsdienst bzw. Ärzten Medikamente verabreicht.