Medikamentöse Tabakentwöhnung birgt keine Herzgefahr
Mehrfach wurde der Verdacht geäussert, dass unterstützende Massnahmen zur Raucherentwöhnung – etwa Nikotinersatztherapie, Bupropion oder Vareniclin – möglicherweise mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse verbunden sind.
Dem gingen Professor Dr. Edward J. Mills aus Stanford und seine Kollegen in einer Metaanalyse nach. Dazu werteten sie insgesamt 63 klinische Studien mit rund 30 500 Teilnehmern aus. Für alle drei Therapieformen ist ein positiver Effekt in Bezug auf die Raucherentwöhnung belegt – bei unterschiedlichen Nebenwirkungsprofilen.
Leicht erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse
Vor allem Berichte über mögliche kardiovaskuläre Risiken führten nach Einführung der Nikotinersatztherapie (NRT) zu Unsicherheiten. In allen nachfolgenden Studien erwies sich die NRT aber als sicher, einschliesslich hoch dosierter Pflaster oder in Kombination mit anderen Medikamenten und Zigarettenkonsum.
In der aktuellen Metaanalyse placebokontrollierter NRT-Studien zeigte sich unter der Therapie ein leicht erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Berücksichtigte man aber nur schwerere Ereignisse, sogenannte major adverse cardiac events (MACE) wie Todesfälle, nicht tödliche Herzinfarkte und Schlaganfälle, war der Unterschied nicht mehr signifikant.
Vorteil überwiegt, zumindest bei kardial Gesunden
Das Antidepressivum Bupropion scheint eher einen protektiven Effekt hinsichtlich des kardiovaskulären Risikos zu haben (RR 0,38 für MACE). Für den Partialagonisten am Nikotinrezeptor Vareniclin liess sich kein signifikant erhöhtes Risiko für MACE nachweisen – die Gefährdung war aber höher als unter Bupropion.
Zweifelsohne überwiege der Nutzen der Raucherentwöhnungstherapien die potenziellen Risiken, lautete das Fazit eines der beteiligten Studienautoren. Ein davon abweichendes Gefährdungspotenzial sei aber bei Patienten mit Vorerkrankungen nicht auszuschliessen, weil die Probanden der ausgewerteten Studien relativ gesund waren.
Quelle: Edward J. Mills et al., Circulation 2014; 129: 28-41