Medical Tribune
28. Mai 2013Kognitive Einbussen bei Apoplexpatienten

Nach dem Schlaganfall auch die Augenbewegungen prüfen

Ein Neurologen-Team aus dem chinesischen Sichuan ging der Hypothese nach, dass okulomotorische Störungen ein sensitiver Marker für leichte kognitive Einbussen nach einem Schlafanfall sein könnten. An ihrer Studie nahmen 15 Patienten teil. Diese hatten einen relativ leichten Hirninsult erlitten und wiesen keine Sehstörungen auf. Als Kontrollgruppe dienten zehn altersentsprechende Probanden ohne neurologische Auffälligkeiten.

Nach dem Schlaganfall: Störung der okulomotorischen Funktion

Bei allen Teilnehmern wurden Sakkaden als Mass für die okolumotorische Funktion erfasst. Zudem erhoben die Kollegen die NIHSS (National Institutes of Health Stroke Scale) sowie die mRS (Modified Rankin Scale) und testeten die kognitive Funktion. Es erfolgten drei Untersuchungen: innerhalb von zehn Tagen nach dem Schlaganfall, nach einem und nach drei Monaten. Im Hinblick auf die okulomotorische Funktion zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen Apoplexpatienten und gesunden Probanden. Nach drei Monaten war bei den Schlaganfallpatienten immer noch keine Normalisierung eingetreten – auch wenn man keine motorischen und sensorischen Defizite mehr nachweisen konnte.

Ein sensitiver Marker für den kognitiven Zustand

Das Fazit: Anhand der okulomotorischen Funktion liessen sich kognitive Störungen und ihre Verbesserungen im Verlauf sensitiver beurteilen als mittels NIHSS und mRS. Dass die Rehabilitation der kognitiven Störungen auch nach drei Monaten noch nicht abgeschlossen ist, deckt sich mit den subjektiven Beschwerden vieler Schlaganfall-Patienten.

Quelle: Wei Dong et al., J Neurol Neurosurg Psych­iatry 2013; 84: 337-341