Medical Tribune
23. März 2020Sie zittert und stürzt eher, er friert leichter

Parkinson unter der Genderbrille

Geschlechterunterschiede lassen sich beim Parkinson nicht von der Hand weisen. Männer und Frauen zeigen teilweise andere Symptome, die sich wiede­rum zu unterschiedlichen Zeitpunkten manifestieren. Sogar Risikofaktoren scheinen sich nicht gleich auszuwirken. Wesentlich beteiligt daran könnte Östrogen sein.

onster Ztudio – stock.adobe.com

Der zunehmende Untergang dopaminerger Nervenzellen in der Substantia nigra ist die Hauptursache des Parkinson – bei beiden Geschlechtern. Männer erkranken allerdings etwa doppelt so häufig wie Frauen und bei Frauen schreitet die Neurodegeneration schneller bis zum Endstadium voran. In jüngster Zeit mehren sich die Hinweise, dass der Krankheitsverlauf eine Frage des Geschlechts sein könnte, schreiben Dr. Silvia­ Cerri­ und Kollegen vom Laboratory of Cellular and Molecular Neurobiology der IRCCS Mondino Foundation in Pavia. In einem Review haben sie sich daher die geschlechtsspezifischen Differenzen bei Parkinson näher angeschaut und den aktuellen Wissensstand zusammengetragen.

Harnsäure spielt eine seltsame Doppelrolle

Was die motorischen und nicht motorischen (Initial-)Befunde angeht, präsentieren sich Frauen anders als Männer (s. Tabelle). Dazu kommt, dass sich die Beschwerden bei ihnen insgesamt später manifestieren. Alles in allem kann dies mit einer verzögerten Diagnose einhergehen.

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