Krafttraining steigert Bewegungsfreude bei Rheuma
Viele Menschen mit Rheuma bewegen sich zu wenig; ein betreutes hochintensives Kraft- und Intervalltraining kann die Motivation zum Sport nachhaltig steigern.

Sport gilt in der Rheumatherapie heute als wichtiger Bestandteil. Die körperliche Aktivität verbessert nicht nur die physische Leistungsfähigkeit, sondern soll auch das kardiovaskuläre Risiko senken und Fatigue entgegenwirken.
Viele Patienten mit Rheuma treiben kaum Sport
Dennoch erreichen viele Patienten mit Rheuma die empfohlenen Bewegungsumfänge nicht. Hintergrund sind oft Angst vor Schmerzen oder einer Verschlechterung der Erkrankung.
Um zu prüfen, ob ein betreutes zwölfwöchiges hochintensives Intervall- und Krafttraining die Sportmotivation steigern kann, unterzog eine schwedische Arbeitsgruppe um Annelie Bilberg, Universität Göteburg, 43 Patienten dieser überwachten Intervention. Die Kontrollgruppe (n = 44) wurde nur allgemein zu Sportempfehlungen beraten und unterwiesen.
Erfasst wurde dabei nicht nur, ob die Teilnehmer das Trainingsprogramm absolvierten, sondern auch, ob sie die neu gewonnenen Bewegungsgewohnheiten nach Ende der Intervention beibehalten konnten. Dazu kombinierten die Forscher objektive Messungen mittels Bewegungssensoren mit Angaben der Patienten zu ihren sportlichen Aktivitäten.
Täglich signifikant länger körperlich aktiv
Die grosse Mehrheit (86 %) der Probanden in der Interventionsgruppe hielt sich zu mindestens 80 % an das vorgegebene Protokoll. Nach zwölf Monaten waren sie – gemessen mit Bewegungssensoren – 5 Minuten mehr und damit signifikant länger täglich intensiv aktiv.
Sie berichteten auch häufiger von sportlichen Aktivitäten. Im Vergleich zu den Kontrollen war bei ihnen die Wahrscheinlichkeit, in die Pedale zu treten, nach 6 Wochen sechsmal und die für Kraftübungen nach zwölf Monaten 23-mal so hoch.
Keine Effekte fanden sich beim Zeitaufwand für moderate körperliche Aktivitäten und bei den Ruhezeiten. Die Autoren halten Kraftübungen allerdings für wichtiger als moderate Aktivität, was Herz-Kreislauf-Effekte angeht. Sie raten dazu, allen Patienten mit Rheuma ein mit Krafttraining kombiniertes überwachtes hochintensives Trainingsprogramm ans Herz zu legen. Das soll ihnen helfen, ihre körperliche Aktivität zu steigern.
Bilberg A et al. High-intensity exercise for maintained health-enhancing physical activity in patients with rheumatoid arthritis: a randomised controlled trial. BMJ Open Sp Ex Med 2026; doi: 10.1136/bmjsem-2025-002543