Metabolisches Syndrom: Lebensstilprogramm fördert langfristige Remission
Eine anhaltende Remission des metabolischen Syndroms (MetS) gelingt eher, wenn Menschen in Gruppen gesunde Gewohnheiten durch ein unterstützendes Lebensstilprogramm entwickeln. Die randomisierte ELM-Studie (Enhancing Lifestyles in Metabolic Syndrome) prüfte, ob motivierte Teilnehmer mit MetS, die sechs Monate lang an einer gruppenbasierten Lebensstilintervention teilnahmen, langfristig häufiger eine Remission erreichten als jene, die lediglich Informationen und Aktivitätsüberwachung erhielten.

Insgesamt 618 Erwachsene mit metabolischem Syndrom wurden in die Studie eingeschlossen und randomisiert entweder der Interventionsgruppe oder der Kontrollgruppe zugeteilt. Nach sechs und 24 Monaten wurden beide Gruppen einer verblindeten Laboruntersuchung und einer klinischen Untersuchung unterzogen.
Die Interventionsgruppe traf sich über sechs Monate hinweg 19-mal in kleinen Gruppen. Psychologen, Ernährungsberater und Laien-Coaches begleiteten die Sitzungen. Die Treffen zielten darauf ab, gesunde Gewohnheiten in den Alltag der Patienten zu integrieren. Die Teilnehmer gingen gemeinsam spazieren, übten Achtsamkeit, kochten Gemüsegerichte und assen zusammen. Dabei lernten sie, die unmittelbaren Vorteile dieser neuen Gewohnheiten zu schätzen.
Die Vergleichsgruppe erhielt monatlich evidenzbasierte Informationssendungen per Post zu den Themen Ernährung, Bewegung und Stressmanagement.
MetS-Remission hält über Intervention hinaus an
Nach sechs Monaten zeigte sich eine signifikant höhere Remissionsrate in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (24,8 % vs. 17,9%; OR 1,64; p = 0,03). Dieser Vorteil blieb auch nach 24 Monaten bestehen (27,8 % vs. 21,2 %; OR 1,46; p < 0,05). Das heisst, nach der intensiven sechsmonatigen Phase kam es zu einer 25%igen Remission des metabolischen Syndroms in der Interventionsgruppe und die Remission hielt ohne weitere Intervention über die folgenden 18 Monate weiterhin an.
Kurzfristig führte die Intervention auch zu Verbesserungen bei verschiedenen klinischen Parametern, darunter Taillenumfang, Blutfette, Blutzucker und Körpergewicht. Langfristig blieben insbesondere Verbesserungen im Nüchtern-Blutzucker, in der täglichen Schrittzahl, im Gemüseverzehr sowie in achtsamkeitsbezogenen Verhaltensweisen bestehen. Einige Effekte, etwa auf Gewicht oder Lipidparameter, nahmen hingegen im Zeitverlauf wieder ab.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass ein auf Gewohnheitsbildung ausgerichteter Lebensstilansatz eine moderate, aber signifikante Verbesserung der langfristigen Remissionsrate des metabolischen Syndroms bewirken kann, so das Fazit der Autoren.
Powell LH et al. Lifestyle Intervention for Sustained Remission of Metabolic Syndrome. JAMA Intern Med. 2026; 186(1): 67–77. doi: 10.1001/jamainternmed.2025.5900.
