Medical Tribune
9. Mai 2026Posttraumatische Belastungsstörung weist stärkste Assoziation auf

Wie sich Kriege auf das Asthma-Risiko auswirken

Psychische Belastungen durch Krieg könnten das Asthma-Risiko deutlich erhöhen. Besonders stark war die Assoziation bei posttraumatischer Belastungsstörung.

Transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme (TEM) des Mycobacterium-avium-Komplexes (MAC) in der menschlichen Lunge. Nichttuberkulöse Mykobakterien verursachen insbesondere bei immunsupprimierten Personen chronische pulmonale Infektionen mit Symptomen ähnlich einer Tuberkulose.
Science Photo Library / DENNIS KUNKEL MICROSCOPY

Die Geschichte zeigt, dass zwischen Krieg und Morbidität ein Zusammenhang besteht. Forscher untersuchten diese Assoziation am Beispiel des Asthmas in einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse.

Ein Team von Wissenschaftlern um Dr. João Cavaleiro Rufo von der Universität Porto schloss 48 Studien in seine Arbeit ein. Die häufigsten untersuchten Konflikte waren die Kriege in Afghanistan und im Irak. Zu den analysierten Expositionen im Zusammenhang mit Krieg gehörten psychologische, umweltbedingte und kampfbezogene Faktoren.

Es zeigte sich eine signifikante Assoziation zwischen kriegsbedingten Expositionen und Asthma. Insgesamt ergab sich ein erhöhtes Asthma-Risiko bei exponierten Personen mit einer Odds Ratio (OR) von 1,52. Bei der Analyse einzelner Faktoren liessen sich unterschiedliche Effektstärken nachweisen. Eine posttraumatische Belastungsstörung wies die stärkste Assoziation mit Asthma-Outcomes auf (OR 2,25). Es folgten das Erleben eines lebensbedrohlichen Ereignisses (OR 1,96) und Depression (OR 1,56).

Psychologische Expositionen mit stärkster Assoziation

In der Subgruppenanalyse zeigte die Gruppe der psychologischen Expositionen die stärkste Assoziation mit Asthma (OR 1,79), sowie auch umweltbedingte Expositionen (OR 1,64). Für kampfbezogene Expositionen hingegen ergab sich keine signifikante Assoziation (OR 1,01).

Gemäss den Autoren legen die Ergebnisse ihrer Studie nahe, dass die Einführung präventiver Massnahmen wie beispielsweise Stressbewältigung oder Reduktion von Expositionen erforderlich sein könnten. Solche Ansätze sollten sich sowohl an Militärangehörige als auch die Zivilbevölkerung richten. Das Ziel ist eine Verringerung der langfristigen Asthma-Belastung.