Medical Tribune
27. Apr. 2026Wer früh aktiv ist, hat später eine bessere Gesundheit

Sport bringt Kindern langfristige Vorteile

Regelmässige körperliche Aktivität reduziert das Risiko von verschiedenen chronischen Krankheiten, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose und Krebs. Wer bereits in der Kindheit und Jugend Sport treibt, profitiert auch im Erwachsenenalter davon, zeigte eine aktuelle Studie.

Kinder beim Schwimmtraining
Microgen/stock.adobe.com

Frühere Studienergebnisse legen nahe, dass sich Erwachsene häufiger bewegen, wenn sie bereits in der Kindheit sportlich aktiv waren. Wie genau frühe Bewegung die Aktivität im Erwachsenenalter beeinflusst und welche Rolle sie für die Lebensqualität spielt, untersuchten Forscher um Tuomas Lehtola von der Universität und dem Universitätsklinikum Helsinki. Sie führten eine Querschnittsstudie in zwei ländlichen finnischen Städten durch. An der Befragung nahmen 2503 scheinbar gesunde Menschen im Alter von 45 bis 70 Jahren mit kardiovaskulären Risikofaktoren teil.

Mittels Fragebögen erfassten die Forscher die aktuelle körperliche Aktivität, die gesundheitsbezogene Lebensqualität sowie das Sportausmass in der Kindheit und Jugend. Je nach früherer Sportaktivität teilten sie die Teilnehmer in drei Gruppen ein: keine (n = 338), Hobby (n = 1713) und Wettkampf (n = 452). Die aktuelle Aktivität gaben sie in metabolischen Äquivalentstunden pro Woche (MET-h/Woche) an.

Die Ergebnisse zeigten: Wer in der Jugend Sport trieb, blieb auch als Erwachsener aktiver. Die durchschnittliche körperliche Aktivität lag in der «keine»-Gruppe bei 8,1, in der Hobby-Gruppe bei 9,2 und in der Wettkampf-Gruppe bei 10,4 MET-h/Woche. Zudem war Bewegung im Erwachsenenalter mit besseren kardiometabolischen und psychischen Werten verbunden. Sportler rauchten seltener, hatten niedrigeren diastolischen Blutdruck, höhere HDL-Cholesterinwerte und weniger depressive Symptome.

Körperliche Aktivität verbessert Lebensqualität

Gleichzeitig gingen sowohl die aktuelle körperliche Aktivität als auch die frühe Sportteilnahme mit einer besseren gesundheitsbezogenen Lebensqualität einher. Dabei schien sich Bewegung im Erwachsenenalter vor allem positiv auf körperliche Funktionen auszuwirken, während Sport in jungen Jahren besonders mit besserer mentaler Gesundheit und höherer Vitalität verbunden war. Besonders ausgeprägt war der Effekt in der Wettkampf-Gruppe. Interessanterweise liess sich der positive Zusammenhang nicht allein durch den aktiveren Lebensstil erklären. Denn auch bei Personen, die sich im Erwachsenenalter weniger bewegten, war die Lebensqualität deutlich höher. Damit scheint Sport in der Kindheit und Jugend langfristig positive Auswirkungen auf die Gesundheit zu haben. Die Autoren führen diesen potenziellen positiven Effekt v. a. auf psychosoziale Faktoren zurück, etwa die Entwicklung sozialer Kompetenzen, Teamfähigkeit und ein gestärktes Selbstwertgefühl.

Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung von Sport in jungen Jahren für die langfristige körperliche und insbesondere psychische Gesundheit. Schulen und Sportvereine sollten deshalb Programme zur Förderung körperlicher Aktivität von Kindern konsequent umsetzen, fordern die Autoren.