Medical Tribune
5. Apr. 2026Metaanalyse zeigt zusätzliche Blutdrucksenkung

Akupunktur als Add-on bei Hypertonie

Was kann Akupunktur zusätzlich zur Standardmedikation bei Hypertonie bewirken? Dieser Frage gingen chinesische Forscher in einer Metaanalyse nach.

Akupunktur am Fuss im Rahmen einer therapeutischen Anwendung zur Entspannung und Regulation
CanBorg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Das Team analysierte systematisch, wie Akupunktur den 24-Stunden-Blutdruck und den zirkadianen Blutdruckrhythmus bei Patienten mit essenzieller Hypertonie beeinflusst. Ziel war es, die additive Wirkung von Akupunktur zur konventionellen antihypertensiven Medikation im Vergleich zur alleinigen medikamentösen Therapie zu bewerten.

Insgesamt schlossen die Wissenschaftler 13 randomisierte kontrollierte Studien mit 1.080 Betroffenen ein. Die Interventionsgruppen erhielten jeweils Akupunktur (manuell oder Elektroakupunktur) zusätzlich zu westlicher Standardmedikation, während die Kontrollgruppen ausschliesslich medikamentös behandelt wurden. Die Behandlungsdauer lag zwischen 14 Tagen und sechs Wochen. Methodisch erfolgte die Auswertung mittels Metaanalyse unter Berücksichtigung von Heterogenität, Sensitivitätsanalysen und Publikationsbias.

Relevante zusätzliche Blutdrucksenkung

Die Akupunkturgruppe zeigte beim 24-Stunden-Mittelwert des systolischen Blutdrucks eine durchschnittliche Senkung um −3,57 mmHg, beim diastolischen Wert um −3,61 mmHg. Damit konnte nicht nur eine statistisch signifikante, sondern auch klinisch relevante zusätzliche Blutdrucksenkung erzielt werden.

Darüber hinaus zeigten sich signifikante positive Effekte in Hinblick auf die Blutdruckvariabilität (BPV), einen wichtigen prognostischen Parameter für kardiovaskuläre Ereignisse, die 24-Stunden-Blutdrucklast, definiert als Anteil erhöhter Messwerte innerhalb eines Tages, und die nächtliche Blutdruckabsenkung («Dipping»). Letztere ist ebenfalls von prognostischer Bedeutung, da eine fehlende nächtliche Blutdruckabsenkung mit erhöhter kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität verbunden ist.

Zu den möglichen Wirkmechanismen zählen gemäss den Autoren die Hemmung sympathischer Aktivität, eine Modulation des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems, Verbesserungen der Endothelfunktion sowie antiinflammatorische Effekte.

Die Ergebnisse stützen ihrer Ansicht nach den Einsatz von Akupunktur als ergänzende Therapie bei essenzieller Hypertonie, insbesondere bei Patienten mit gestörter nächtlicher Blutdruckabsenkung oder unzureichender Kontrolle durch Monotherapie.