Brustkrebs: Wann die Alopezie nach Chemotherapie bleibt
Persistierende Chemotherapie-bedingte Alopezie (PCIA) betrifft viele Patientinnen, wobei das Risiko je nach ethnischer Herkunft stark schwankt. In einer Studie mit Brustkrebspatientinnen waren Asiatinnen mehr als doppelt so häufig betroffen wie Frauen europäischer Abstammung. Die Ergebnisse unterstreichen, dass neben Therapie auch Haarstruktur, genetische Faktoren und soziokulturelle Aspekte in die Risikokommunikation einbezogen werden sollten.

Einige Menschen leiden nach einer Chemotherapie über Monate oder Jahre an einer persistierenden chemotherapieinduzierten Alopezie (PCIA). Das Risiko hängt dabei unter anderem von der ethnisch bedingten Haar- und Follikelstruktur ab. Das schreiben Prof. Dr. Danbee Kang, Sungkyunkwan-Universität Seoul, und Kollegen.
Wie stark die Ethnie das PCIA-Risiko beeinflusst, untersuchten die Forschenden bei 304 Brustkrebspatientinnen (Durchschnittsalter: 50,3 Jahre) mit nicht metastasiertem Mammakarzinom. Von ihnen waren 159 (52,3 %) asiatischer, 20 (6,6 %) afroamerikanischer, 17 (5,6 %) hispanischer oder lateinamerikanischer und 108 (35,5 %) europäischer Abstammung.
Alle absolvierten sowohl vor als auch zwölf Monate nach Ende der Chemotherapie eine Trichoskopie. Die Forschenden definierten PCIA als Rückgang der Haardicke oder -dichte um mehr als zwei Standardabweichungen im Vergleich zum Ausgangswert. Die durch die Alopezie verursachte psychische Belastung objektivierten sie mithilfe eines psychometrischen Tests, der Chemotherapy-Induced Alopecia Distress Scale (CADS).
Asiatinnen besonders stark betroffen
Ein Jahr nach der Chemotherapie litten 42,1 % der Asiatinnen an PCIA, verglichen mit 22,2 % der Frauen europäischer, 10,0 % afroamerikanischer und 5,1 % hispanischer oder lateinamerikanischer Abstammung. Im Vergleich zu Frauen europäischer Herkunft hatten Asiatinnen ein mehr als doppelt so hohes Risiko (Adjusted RR 2,29; 95 %-KI 1,07–4,88; p = 0,03).
Die persistierende Chemotherapie-bedingte Alopezie stellt ein multifaktorielles Phänomen dar, so das Fazit. Ausser der abstammungsbedingten Haar- und Follikelstruktur spielen auch die genetische Suszeptibilität, pharmakogenetische Variationen und der soziokulturelle Kontext eine wichtige Rolle. Dies sei bei der Risikokommunikation zu berücksichtigen.
Kang D et al. ="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41490113/">rget="_blank" rel="noopener">Racial and Ethnic Disparities in Persistent Chemotherapy-Induced Alopecia Among Women With Breast Cancer. JAMA Netw Open. 2026 Jan 2;9(1):e2549146. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2025.49146.