Kupfer im Gleichgewicht halten
Fehlt das Spurenelement Kupfer, kann das negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, die Gelenke und das Immunsystem haben. Zu viel davon führt im schlimmsten Fall sogar zu Vergiftungen.

Kupfer gehört zu den essenziellen Spurenelementen und muss regelmässig über die Nahrung aufgenommen werden. Zwar treten Mangelsituationen bei üblichen Ernährungsgewohnheiten selten auf, dennoch kann ein Defizit gravierende Folgen für zahlreiche Körpersysteme haben – vom Herz-Kreislauf-System über das Bindegewebe bis hin zu Immunsystem und Nervensignalübertragung. Eine übermässige Zufuhr wiederum kann toxisch wirken.
Der empfohlene Tagesbedarf lässt sich bis heute nicht exakt bestimmen; die Deutsche Gesellschaft für Ernährung orientiert sich deshalb an Schätzwerten von rund 1 bis 1,5 mg pro Tag für gesunde Erwachsene.
Zentraler Akteur im Eisenstoffwechsel und der antioxidativen Abwehr
Ein Grossteil des Kupfers im Plasma ist an Coeruloplasmin gebunden. Dieses Metalloprotein dient nicht nur als Transportmedium, sondern katalysiert auch die Oxidation von zweiwertigem zu dreiwertigem Eisen – ein entscheidender Schritt für die Hämbildung. Darüber hinaus wirkt Coeruloplasmin antioxidativ und verhindert die Lipidperoxidation, wie sie durch Übergangsmetalle wie Eisen und Kupfer ausgelöst werden kann.
Auch Metallothioneine spielen eine wichtige Rolle: Sie binden Metalle, schützen die Zellen vor oxidativem Stress und tragen zur Regulation der Kupfer- und Zinkhomöostase bei.
Energie, Pigmente, Bindegewebe – Kupfer steckt überall drin
Kupfer ist Bestandteil verschiedener Enzyme, die zentrale Stoffwechselfunktionen ermöglichen. In der Cytochromoxidase beteiligt es sich als Kofaktor an der mitochondrialen ATP-Gewinnung. Über die Dopamin-β-Hydroxylase und die Tyrosinase trägt es zur Synthese des Hautpigments Melanin und der Katecholamine Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin bei. Die kupferhaltige Superoxiddismutase schützt wiederum Zellmembranen – insbesondere die Erythrozyten – vor reaktiven Sauerstoffverbindungen.
Von besonderer Bedeutung für das muskuloskelettale System ist die Lysyloxidase: Sie vernetzt Kollagen und Elastin und sorgt damit für die strukturelle Integrität von Knochen, Bändern, Knorpeln, Bindegewebe und Blutgefässen.
Was gilt wissenschaftlich als gesichert?
Gemäss den zugelassenen europäischen Health Claims unterstützt Kupfer einen normalen Energiewechsel, die Pigmentierung von Haut und Haaren, den Erhalt des Bindegewebes sowie den Eisentransport. Zudem trägt es zu einer normalen Funktion des Immun- und Nervensystems bei und schützt vor oxidativem Stress.
Aufnahme, Bedarf und mögliche Risikogruppen
Kupfer findet sich insbesondere in Leber, Austern, Bierhefe, Nüssen, Hülsenfrüchten sowie in Marillen, Pflaumen, Pfirsichen und Feigen. Ein erhöhter Bedarf kann bei phytatreicher und sehr milcharmer Kost, bei Resorptionsstörungen, chronischen Durchfällen, im höheren Lebensalter sowie bei Diabetes mellitus oder Nierenfunktionsstörungen bestehen. Auch erhöhte Homocysteinspiegel und grössere Verbrennungen können die Kupferhomöostase beeinflussen.
Wie äussert sich ein Mangel?
Ein Kupfermangel kann verschiedenste Symptome hervorrufen. Dazu zählen Anämien, Pigmentstörungen von Haut und Haaren, Osteoporose und Wachstumsstörungen sowie arteriosklerotische Veränderungen. Manche Betroffene entwickeln eine erhöhte Infektanfälligkeit oder steigende Cholesterinwerte. Neurologische Manifestationen – etwa Ataxie oder eine verminderte Myelinisierung – sind ebenfalls beschrieben.
