Medical Tribune
1. Jan. 2026Meter für Meter zu mehr Lebensqualität

Semaglutid verbessert Gehstrecke bei pAVK und Claudicatio intermittens

Die Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit pAVK und Claudicatio intermittens sind verbesserungswürdig. Ein Erfolg versprechender Ansatz scheint die Therapie mit Semaglutid zu sein.

Laufbandtest zur Beurteilung der Gehstrecke bei PAVK.
IDEAL GREEN/stock.adobe.com

In einer doppelblinden randomisierten Studie (STRIDE) prüfte ein Forscherteam um Prof. Dr. Marc­ Bonaca­, University of Colorado School of Medicine, den Effekt von Semaglutid auf Gehstrecke und Lebensqualität bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK). Die Teilnehmer waren im Median 68 Jahre alt und litten unter Claudicatio intermittens (Fontaine-Stadium IIa, entspricht einer Gehstrecke von über 200 m).

Über 52 Wochen erhielten 396 der Patienten Semaglutid, weitere 396 Placebo. Die Gehstrecke ermittelten die Forscher mittels Laufband, das auf eine konstante Geschwindigkeit von 3,2 km/h und eine Steigung von 12 % eingestellt war.

Die Unterschiede blieben über 57 Wochen bestehen

Am Ende des Studienzeitraums hatte die maximale Gehstrecke unter Semaglutid mehr zugenommen als unter Placebo. Das mediane Verhältnis von Ausgangswert zu Endwert betrug 1,21 unter Verum und 1,08 unter Placebo. In Absolutzahlen ausgedrückt betrug der Gewinn an Distanz unter dem GLP1-Agonisten im Vergleich zu Placebo median 26,4 m und im Mittel 39,9 m. Auch fünf Wochen nach dem Ende der Intervention (Woche 57) blieben die Unterschiede signifikant.

Als sekundäre Endpunkte wurden die maximale schmerzfreie Gehstrecke erfasst sowie Angaben der Teilnehmenden zur Lebensqualität mittels Fragebogen. Auch hierbei schnitt die Semaglutidgruppe besser ab.

Der Vorsprung für Semaglutid bei der maximalen Gehstrecke der pAVK-Patienten zeigte sich schon in Woche 26, betonen die Autoren, und nahm dann bis Woche 52 zu. Dies sei relevant, da der Agonist als Langzeittherapeutikum eingesetzt wird und die langfristigen Effekte offenbar noch grösser sein könnten.

In einem Kommentar zur Studie schreiben die Autoren, dass sie die erreichten Verbesserungen der Gehstrecke für klinisch relevant halten. Es sei nun wichtig zu erforschen, ob diese Effekte auch bei Personen mit pAVK, aber ohne Diabetes erzielbar sind. Ausserdem sollte man überprüfen, ob sich die Gefahr einer Progression mit dem Risiko einer Amputation unter Semaglutid senken lässt.