Mastzellaktivierungserkrankung quält auch den Darm
Wenn Mastzellen verstärkt Botenstoffe freisetzen, geraten viele Organsysteme aus dem Gleichgewicht. Besonders betroffen ist der Magen-Darm-Trakt, da er viele Mastzellen enthält und eine grosse Oberfläche bietet. Stabilisierende Wirkstoffe, Cannabisblüten und eine angepasste Ernährung können die Beschwerden der Mastzellaktivierungserkrankung lindern.

Die systemische Mastzellaktivierungserkrankung (mast cell activation disease, MCAD) beruht vermutlich auf einer polygen vererbten Störung, die pathologisch veränderte Mastzellen hervorruft. Auslöser sind epigenetische Modifikationen, die über Generationen weitergegeben werden und sekundär zu somatischen sowie Keimbahnmutationen führen.
Wie sich die Mastzellaktivierungserkrankung äussert
Dies erläutern Prof. Dr. Martin Raithel vom Waldkrankenhaus St. Marien in Erlangen und Kollegen (1). Das Problem liegt in der unkontrollierten Freisetzung von Mastzellbotenstoffen, die je nach Zusammensetzung einzelne oder mehrere Organsysteme vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigen. Entsprechend vielfältig zeigt sich das Krankheitsbild. Etwa 60–80 % der Betroffenen leiden unter gastrointestinalen Symptomen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Reflux oder Unverträglichkeiten. Ausserhalb des Darms treten häufig Angioödeme, Urtikaria, Nasenpolypen oder Herz-Kreislauf-Probleme auf.
- Raithel M et al. Gastrointestinale Erscheinungsformen der systemischen Mastzellaktivierungserkrankung – Eine praxisorientierte Einführung in Klinik, Diagnostik und Therapie. Z Gastroenterol 2025; 63: 155–168; doi: 10.1055/a-2468-5553