Medical Tribune
4. Aug. 2014

Kochsalz spritzen 
kuriert Epicondylitis

Beim Tennisellenbogen werden die verschiedensten Strategien probiert, von der Physiotherapie bis zu Steroidspritzen. Besondere Erwartungen weckte in letzter Zeit die ultraschallgesteuerte Injektion von plättchenreichem Plasma (PRP) in die Sehne, sie soll die intratendinösen Reparaturmechanismen beschleunigen.

Eine französische Arbeitsgruppe prüfte nun den PRP-Effekt in einer Doppelblindstudie im Vergleich zu Placebo (Kochsalzlösung). Teilnehmer waren 50 Patienten, deren Epikondylitis noch keine drei Monate bestand und die bisher nicht mit Steroid-Spritzen behandelt worden waren. Sie erhielten jeweils zwei Injektionen mit vier Wochen Abstand.

Heilsame Reiztherapie 
mit der Nadel

Das erstaunliche Ergebnis: Die Kochsalzspritzen schienen genauso effektiv zu wirken wie die Thrombozyten: Nach einem halben Jahr hatte sich der Schmerz in beiden Gruppen vergleichbar gebessert (PRP 54,7 % vs. 63,6 % NaCl). Auch bei den sekundären Endpunkten fand sich kein signifikanter Unterschied: Der Pain-Score verringerte sich unabhängig von der injizierten Substanz mit jeder Visite, nach einem Jahr waren in beiden Kollektiven 66 % beschwerdefrei – 23 % klagten weiterhin über Schmerzen.

Und wie erklären die Forscher diesen Gleichstand? Professor Patrick Le Goux von den Hôpiteaux Universitaires Paris Ile-de-France 
Ouest vermutet, dass das eigentliche Wirkprinzip nicht die applizierte Substanz ist, sondern die Nadelung selbst. Durch den Stich des Injektionsinstruments werde ein unspezifischer Reiz gesetzt, der für eine schnellere Abheilung der Sehnenschäden sorgt.

Quelle: European League against Rheumatism 2014