Medical Tribune
19. Apr. 2014Mikro-RNA

Mit RNA drohenden Herzinfarkt vorhersagen?

Ein Abfall von zwei kardialen Markern – Mikro-RNA 122 und 126 – gilt als Alarmzeichen: Diese Ribonukleinsäuren funktionieren wie Wachhunde. Das Absinken ihrer Spiegel zeigt eine akut verschlechterte kardiale Lage an, in deren Folge sich womöglich ein Herzinfarkt ereignet, erklärte Dr. Oxana Galenko vom Cardiovascular Research Lab am Intermountain Medical Center in Salt Lake City.

Die Mikro-RNA produziert im Gegensatz zur Messenger-RNA keine Proteine, stattdessen stellt sie bestimmte Translationsvorgänge ab – und sorgt damit möglicherweise für eine Aktivierung anderer Prozesse. Ein Absinken der Spiegel für Mikro-RNA 122 und 126 bei KHK-Patienten scheint einen infarktfördernden Mechanismus zu aktivieren.

Bald neuer Test für Herzinfarktgefahr?

Zwar weiss man über diesen Mechanismus noch wenig, die Warnfunktion der Marker haben die Forscher aber belegt. Sie analysierten anhand von Daten aus einem Infarktregister Serumproben von 30 Patienten, die in einem Zeitraum von 44 Tagen vor einem kardialen Ereignis entnommen worden waren. Zutage trat ein deutlicher Abfall der Mikro-RNA 122 und 126 innerhalb der zwei Wochen vor einem Infarkt.

Künftige Studien sollen nun die pathophysiologischen Zusammenhänge erhellen. Ziel der Forschung sei es, einen Test zu entwickeln, um drohende Herzinfarkte rechtzeitig erkennen und verhüten zu können. Sogar von einem kontinuierlichen Blutmonitoring mit tragbaren Geräten ist bereits die Rede.

Quelle: American College of Cardiology Kongress, Washington, 2014